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Informationen und Hilfe rund um Darm-Probleme und das
Reizdarm-Syndrom (RDS)




 

Völlegefühl - Ursachen

Kurzfristig auftretendes Völlegefühl


Kurzfristig auftretendes Völlegefühl ist in der Regel eine normale Reaktion des Körpers auf zu reichhaltige Mahlzeiten. Im Allgemeinen vergeht das Völlegefühl von selbst nach wenigen Stunden.
Typische Ursachen für kurzfristiges Völlegefühl im Überblick:
  • Kalorienreiche, fette Mahlzeiten
  • Ungewohnt große Mengen an Lebensmitteln
  • Übermäßig viel kohlensäurehaltige Getränke
  • Ein besonders opulentes Essen nach einer Fasten- oder Diätperiode
  • Verschluckte Luft zum Beispiel durch zu hastiges Essen

Grunderkrankungen als Auslöser von Völlegefühl


Mögliche Erkrankungen bzw. Nahrungsmittelallergien können mit Völlegefühl einhergehen, das länger anhält bzw. immer wieder auftritt. Das Völlegefühl ist also in manchen Fällen das Symptom einer ursächlichen Grunderkrankung.

In Frage für ursächliche Grunderkrankungen kommen mitunter (Beispiele):
  • Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz); Das Völlegefühl tritt typischerweise nach dem Verzehr von Milch- und Milchprodukten verstärkt auf
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis); Neben dem Völlegefühl sind Druckschmerz in der Magengegend, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit häufig auftretende Symptome
  • Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni): Als typisch werden hier Völlegefühl, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und auch Appetitlosigkeit angesehen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis): Völlegefühl, Schmerzen im Oberbauch aber auch im Rücken, Übelkeit sowie Fieber gelten als typische Symptome
Darüber hinaus kommt beispielsweise auch eine Essstörung, eine Überempfindlichkeit des Magens gegenüber Dehnung und eine sub-optimale Zusammensetzung der unterschiedlichen Verdauungssekrete (Gallensaft, Magensaft, Sekrete der Bauchspeicheldrüse) als Auslöser der anhaltenden Beschwerden in Frage.

Hinweis: Sollten oben genannte Symptome in derartiger Konstellation auftreten, ist es unbedingt angezeigt, einen Arzt aufzusuchen, um eine mögliche Grunderkrankung frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

In vielen Fällen aber bringt der Besuch beim Arzt zunächst Beruhigung: Kein krankhafter Befund ist zu erkennen, die Sorge um eine mögliche Krankheit war unberechtigt. Doch was kann die Beschwerden verursachen?

Besonders häufig: Das Reizdarmsyndrom als Ursache des Völlegefühls


Wurden keinerlei organische Ursachen nachgewiesen und hält das Völlegefühl dennoch über einen längeren Zeitraum an oder kehrt immer wieder, liegt die Vermutung nahe, dass sich das Völlegefühl als Begleitsymptom des Reizdarmsyndroms entwickelt hat. Typisch für das Reizdarmsyndrom (RDS) ist, dass das Völlegefühl in Verbindung mit Bauchkrämpfen, Blähungen, Durchfall und oder Verstopfung einhergeht.

Wie entsteht das Reizdarmsyndrom?


Experten sind der Meinung, dass die Symptomatik bei funktionellen Darmstörungen auf viele verschiedene Faktoren zurückzuführen ist. Dazu zählen:
  • Eine gesteigerte Nervenaktivität des darmeigenen Nervensystems (enterales Nervensystem)
  • Familiäre Veranlagung
  • Infektionen mit Viren oder Bakterien
  • Störung der Darmbeweglichkeit (Motilitätsstörung)
  • Vorangegangene Darminfektionen oder Darmerkrankungen (z.B. Colitis Ulcerosa)
  • Einseitige und fettreiche Ernährung (z.B. Fastfood)
  • Bewegungsmangel
Zusätzlich können berufliche Bedingungen (wie z.B. Schichtarbeit, Nachtarbeit) und seelische Belastungen das vegetative Nervensystem und damit auch die Verdauungsvorgänge aus dem Gleichgewicht bringen. Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, falschen Essgewohnheiten und häufigem psychischen Stress haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, an den Symptomen von Darmstörungen, wie z.B. dem Reizdarmsyndrom, zu erkranken.

Gut zu wissen: Auch wenn die abschließende Klärung der Auslöser des Reizdarmsyndroms noch aussteht, gilt eines bereits heute als sicher: Eine gestörte Darmflora, ein Ungleichgewicht an „guten“ und „schlechten“ Darmbakterien sowie eine Störung der Barrierefunktion des Darms liegt bei den meisten Reizdarm-Patienten vor und sollte daher bei der Ursache-Wirkung-Beziehung besonders ins Auge gefasst werden!  

Die Darmflora im Ungleichgewicht: Mangel an „Bifidobakterium bifidum“ bei Reizdarmpatienten


Studien belegen: Bei Patienten mit Völlegefühl als Folge eines Reizdarmsyndroms ist die Darmflora in erheblichem Maße aus dem Gleichgewicht geraten. Hier scheint laut wissenschaftlichen Ergebnissen insbesondere der Mangel eines bestimmten Bifidobakteriums eine zentrale Rolle zu spielen: Der Mangel an „Bifidobakterium bifidum“. Tatsächlich konnte nachgewiesen werden, dass bei Reizdarm-Patienten die Werte für das Bifidobakterium bifidum stark verringert sind. Bei einem Vergleich der Dünndarmflora und der fäkalen Probe von IBS-Patienten (also Patienten mit Reizdarmsyndrom) mit derer von gesunden Patienten ergab sich eine zweifache Abnahme der Bifidobakterien-Konzentration, während bei anderen Bakterienarten keinerlei Verschiebung gezeigt werden konnte. Innerhalb der Bifidobakterien zeigte sich die deutlichste Reduktion bei den Bifidobakterium bifidum Stämmen. Hier scheint also die Hauptursache der Entstehung des Reizdarmsyndroms und damit verbundenen Beschwerden wie Verstopfung, Blähungen und letztendlich auch Völlegefühl zu suchen zu sein.

Eine wichtige Erkenntnis im Hinblick auf die Möglichkeiten einer effektiven und ursächlichen Therapie. So können Probiotika – hier insbesondere die Gabe von Bifidobkaterium bifidum Stämmen mittels bilanzierter Diäten – genau dort wirken, wo das Problem entsteht! Sie helfen, die Darmflora wieder in die nötige Balance zu bringen.

Gestörte Barrierefunktion bei Reizdarmpatienten


Neben der nachgewiesenen, geringen Konzentration an Bifidobakterium bifidum spielt für die Entstehung des Reizdarmsyndroms – und damit für die Entstehung von funktionell bedingtem Völlegefühl – auch die Barrierefunktion des Darms eine zentrale Rolle. So zeigt eine aktuelle Studie mit 218 Studienteilnehmern: IBS-Symptome (also die Symptome des Reizdarmsyndroms, darunter auch Völlegefühl) gehen direkt einher mit einem signifikanten Anstieg der intestinalen Permeablität, also mit einer erhöhten Durchlässigkeit des Darms gegenüber pathogenen Keimen. Der Darm hat also einen Teil seiner Schutzfunktion verloren. Die gute Nachricht: Auch hier können bestimmte Probiotika entgegenwirken und helfen, dass der Darm im Hinblick auf seine Rolle als Schutzschild gegenüber ungebetenen Eindringlingen wieder voll funktionstüchtig ist.

Erfahren Sie hier mehr über die Symptome des Völlegefühls >
     
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