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Informationen und Hilfe rund um Darm-Probleme und das
Reizdarm-Syndrom (RDS)




 

Reizdarmsyndrom - Ursachen

Das Reizdarmsyndrom ist eine rein funktionelle Erkrankung, das heißt, es lassen sich keine organischen Veränderungen als Auslöser der Symptome ausmachen. Hinsichtlich der Ursachen des Reizdarmsyndroms läuft die Forschung auf Hochtouren. Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft spielen verschiedene Faktoren bei der Entstehung des Reizdarmsyndroms eine Rolle. Dazu zählen unter anderem:
  • Eine gesteigerte Nervenaktivität des darmeigenen Nervensystems (enterales Nervensystem)
  • Darminfektionen, einhergehend mit einer gestörten Darmflora
  • Störung der Darmbeweglichkeit (Motilitätsstörung)
  • Einseitige und fettreiche Ernährung, die auch häufig zu einer Dysbalance der Darmflora führt

Stress & psychische Belastungssituationen als Auslöser des Reizdarmsyndroms


Das Reizdarmsyndrom wird auch in engem Zusammenhang mit Stress und psychischen Belastungssituationen gesetzt. Nicht umsonst heißt es „etwas schlägt mir auf den Magen“ oder eine Situation bereitet mir „Bauchschmerzen“, auch wenn die Beschwerden genau genommen den Darm betreffen.
Tatsächlich verstärken sich die Symptome in der Regel bei Überforderung, Angst und Stress oder bei belastenden Lebensereignissen wie dem Tod eines Angehörigen oder der Trennung vom Lebenspartner.
So ist bekannt, dass zum Beispiel Stress zu einer Beschleunigung des Transits durch den Darm führt. Leidet der Betroffene ohnehin schon unter einer gestörten Darmmotilität, wird dieser Effekt natürlich verstärkt wahrgenommen.
Hier könnte eine gestörte Wechselwirkung zwischen dem enterischen Nervensystem (Nervensystem des Magen-Darm-Trakts) und dem Großhirn  (Teil des zentralen Nervensystems, das für Gedanken und Gefühle verantwortlich ist) zum Tragen kommen. Beide Systeme sind über zahlreiche Nervenbahnen verbunden, was eine Verstärkung der Symptome in psychischen Belastungssituationen und bei Stress erklären würde.

Hauptursache des Reizdarmsyndroms: Darmflora aus der Balance


Während die meisten Faktoren noch diskutiert werden, gilt es bereits als gesichert, dass eine gestörte Darmflora unsere Darmgesundheit empfindlich beeinträchtigt.
Entscheidend für eine intakte Darmflora ist die ausreichende Anzahl sogenannter „guter“ Darmbakterien (z.B. Bifidobakterien, Laktobazillen).

Diesen Bifidobakterien und Laktobazillen kommen zahlreiche wichtige Aufgaben zu: 

  • Senkung des pH-Werts im Darm
  • Schutz vor Infektionen
  • Bildung von Vitaminen
  • Aktivierung der Immunabwehr
  • Abbau von Zuckerarten zu Fettsäuren und Gasen
  • Bildung antibakterieller Substanzen
Die Gegenspieler der guten Darmbakterien sind krankhafte Darmbakterien wie beispielsweise Enterokokken. Kommt es zu einer Überwucherung der bakteriellen Flora mit krankheitserregenden Keimen und sinkt die Anzahl insbesondere von bestimmten Bifidobakterien, sind Darmprobleme „vorprogrammiert“. Typische Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Verstopfung oder Blähungen und damit die typischen Reizdarmbeschwerden können dann die Folge sein. Tatsächlich wurde in einer aktuellen Studie eine deutliche Abnahme der Bifidobakterien-Konzentration bei Reizdarm-Patienten festgestellt.
Ursache für das Entstehen eines solchen Ungleichgewichts der Darmflora können unter anderem eine anhaltend falsche Ernährung, eine Antibiotika-Therapie oder eine vorangegangene Darminfektion sein.

Störungen der Darmbarriere – Schutzwall außer Funktion


Studien haben nachgewiesen, dass bei Patienten mit Reizdarmsyndrom nicht nur eine Störung der Darmflora vorliegt, sondern auch die Barrierefunktion des Dünndarms erniedrigt ist. Dies betrifft alle Patienten – unabhängig davon, ob vorher eine bakterielle oder virale Gastroenteritis (Entzündung des Magen-Darm-Traktes) auftrat. Ein entscheidender Faktor bei der Entstehung des Reizdarmsyndroms, denn nur eine funktionierende Darmbarriere schützt den Patienten vor dem Eindringen von Antigenen.

Erfahren Sie hier mehr über die Symptome des Reizdarmsyndroms >
     
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