Die häufigsten Auslöser von Lebensmittelallergien

Allergien sind auf dem Vormarsch − immer mehr Menschen reagieren auf einen oder mehrere Stoffe überempfindlich. Von einer Allergie spricht man, wenn das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) eigentlich harmlose Verbindungen (Eiweiße, Kohlenhydrate oder daraus zusammengesetzte Moleküle) bekämpft. Als eine Art der Allergien stehen auch Lebensmittelallergien zunehmend im Fokus der Aufmerksamkeit.

Häufig werden Lebensmittelallergien jedoch mit Unverträglichkeiten bzw. Lebensmittelintoleranzen verwechselt. An einer Lebensmittelunverträglichkeit, zum Beispiel einer Laktoseintoleranz oder Fructoseintoleranz, ist jedoch das Immunsystem nicht beteiligt. Stattdessen sind Mechanismen im Stoffwechsel bei einer Intoleranz bzw. Unverträglichkeit gestört. Bei einer Laktoseintoleranz ist zum Beispiel das Enzym Laktase, das den Milchzucker im Dünndarm aufspaltet, nicht oder nicht ausreichend vorhanden.

Die 14 häufigsten Auslöser von Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten müssen im Zutatenverzeichnis von Lebensmitteln angegeben werden. Welche das genau sind, regelt die Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV), die auf einer EU-Verordnung basiert.

Das sind die 14 häufigsten Auslöser von Lebensmittelallergien und Lebensmittelunverträglichkeiten, die laut LMIV gekennzeichnet werden müssen:

  • glutenhaltiges Getreide, namentlich zu nennen: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer
  • Krebstiere
  • Eier
  • Fisch
  • Erdnüsse
  • Sojabohnen
  • Milch (einschließlich Laktose)
  • Schalenfrüchte, namentlich zu nennen: Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Pekannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamianüsse (Queenslandnüsse)
  • Sellerie
  • Senf
  • Sesamsamen
  • Schwefeldioxid und Sulfite (ab 10 mg pro g oder l)
  • Lupinen
  • Weichtiere

Welche Allergene am häufigsten Lebensmittelallergien hervorrufen, ändert sich mit dem Alter. Säuglingen und Kindern reagieren besonders häufig auf diese Lebensmittel allergisch:

  • Kuhmilch
  • Soja
  • Hühnerei
  • Weizen
  • Erdnüsse
  • Haselnüsse

Die bei Kindern verbreiteten Kuhmilch- und Hühnereiallergien wachsen sich mit zunehmendem Alter oftmals aus. Im Vergleich dazu spielen bei Jugendlichen und Erwachsenen diese Nahrungsmittelallergien die Hauptrolle:

  • (rohes) Gemüse und Obst, z.B. Pfirsich, Sellerie, Apfel − häufig in Kombination mit einer Pollenallergie („Kreuzallergie“)
  • Nüsse
  • Fisch
  • Krebs- und Weichtiere

Wie äußern sich Lebensmittelallergien?

Frau mit Lebensmittelallergien und Juckreiz
Juckreiz ist eines der vielfältigen Symptome, die Lebensmittelallergien hervorrufen können

Lebensmittelallergien können sich nach Verzehr des problematischen

Nahrungsmittels durch viele verschiedene Symptome bemerkbar machen. Dazu gehören:

Die schwerste Form der allergischen Reaktion ist die Anaphylaxie (anaphylaktischer Schock, allergischer Schock), ein lebensbedrohlicher Kreislaufzusammenbruch.

Lebensmittelallergien − und jetzt?

Wurden Lebensmittelallergien von einem Allergologen festgestellt, hilft nur eines: konsequentes Weglassen! Die meisten Lebensmittel verursachen erst ab einer gewissen Menge Symptome. Besonders vorsichtig müssen jedoch Erdnuss-Allergiker sein. Bei einer Erdnuss-Allergie reichen mitunter bereits Mengen im Mikrogramm-Bereich aus, um eine lebensbedrohliche allergische Reaktion auszulösen. Wichtig ist, trotz Lebensmittelallergien auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung zu achten, um Mangelzuständen vorzubeugen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn mehrere Nahrungsmittel und Hauptnahrungsmittel wie Milch oder Getreide gemieden werden müssen.

Einige allgemeine Tipps bei Lebensmittelallergien können den Alltag erleichtern:

  • Eine fachkundige Ernährungsberatung kann helfen, sich trotz Lebensmittelallergien gesund zu ernähren.
  • Ein Ernährungstagebuch ist sinnvoll, um weiteren Allergieauslösern auf die Spur zu kommen.
  • Manche Allergene können Sie durch die Verarbeitung „entschärfen“. Dies gilt vor allem für Nahrungsmittelallergien auf Obst. Erhitzen, Zerkleinern oder Säuern setzt den Allergenen zu und macht z.B. Äpfel für Allergiker verträglicher.
  • Bei tierischen Nahrungsmittelallergenen wie Fisch, Eiern oder Milch sowie bei Nüssen, Sellerie oder Erdnüssen hilft das Erhitzen dagegen nicht − hier ist konsequentes Meiden notwendig.

Quellen
Allergene. Online-Informationen der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (Abruf: 10/2016)
Allergenkennzeichnung ist Pflicht. Online-Information des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (Stand: 12.12.2014)
Erdnuss-Allergie. Online-Informationen des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (Abruf: 10/2016)
Lebensmittelallergie. Online-Informationen des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (Abruf: 10/2016)

Autor: reizdarm.net-Redaktion
Letzte Aktualisierung: 28.10.2016

Reizdarm-Ernährung: So wird Brot verträglicher

Wenn es um die richtige Reizdarm-Ernährung geht, kommt man momentan kaum um den Begriff FODMAP herum. FODMAP steht für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und (engl.: and) Polyole. Hinter diesen komplizierten Namen verstecken sich verschiedene Kohlenhydrate und Zuckeralkohole, die sich vergären lassen. Dazu gehören zum Beispiel Milchzucker (Laktose) und Fruchtzucker (Fructose). FODMAPs führen bei Menschen mit einem Reizdarm oftmals zu Darmproblemen. Wer den FODMAP-Gehalt seiner Ernährung bei Reizdarm reduziert, wird in vielen Fällen mit einer Besserung der Beschwerden belohnt.

Viele Reizdarm-Geplagte verzichten deshalb auf Brot und andere Getreideprodukte – vor allem aus Weizenmehl. Diese verursachen bei Betroffenen oftmals Beschwerden wie Blähungen. Neben den enthaltenen FODMAPs wird auch immer wieder das Klebereiweiß Gluten aus Weizen und einigen anderen Getreidesorten mit den Reizdarm-Symptomen in Verbindung gebracht. Gluten ist für Menschen, die unter einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) leiden, nicht geeignet. Einen Effekt auf den Reizdarm scheint es jedoch nicht unbedingt zu haben. Studien, die eine FODMAP-arme und glutenfreie Kost mit einer FODMAP-armen, glutenhaltigen Reizdarm-Ernährung verglichen, deuten darauf hin, dass der Glutenverzicht keinen zusätzlichen Nutzen bringt.

Reizthema in der Reizdarm-Ernährung

Dennoch bleibt Brot ein Reizthema für Reizdarm-Betroffene. Viele haben die Erfahrung gemacht, dass sie Brot aus sogenannten Urgetreiden wie Dinkel, Emmer oder Einkorn besser vertragen als Weizenprodukte. Wissenschaftler der Universität Hohenheim stellten nun fest: Die bessere Verträglichkeit liegt nicht an der Getreidesorte. Entscheidend ist die Gehzeit des Teigs. Je länger der Teig vor dem Backen ruht, desto weniger FODMAPs enthält er – und desto besser bekommt er dem Reizdarm. Urgetreide werden vorwiegend im traditionellen Bäckerhandwerk verwendet, wo dem Brotbacken deutlich mehr Zeit eingeräumt wird als in Großbäckereien. Letztere haben meistens vor allem Weizen- und Roggengebäck im Angebot. Der Teig geht bei Industriebäckern oftmals nur etwa eine Stunde. Nach dieser Zeit fanden die Hohenheimer Forscher die höchsten FODMAP-Gehalte im Brot. Nach viereinhalb Stunden Gehzeit enthält dagegen selbst ein Weizenbrot nur noch rund ein Zehntel der ursprünglichen FODMAP-Menge und ist damit auch für die Reizdarm-Ernährung geeignet. Solch lange Gehzeiten finden sich in der Regel nur bei traditionellen Bäckereibetrieben. Die Wissenschaftler schließen aus ihren Ergebnissen: Die Brotzubereitung hat in der Reizdarm-Ernährung einen größeren Einfluss auf die Verträglichkeit als die Getreidesorte.

Fazit

So gilt auch für das Brot: Gut Ding braucht Weile. Reizdarm-Betroffene sollten deshalb gezielt Bäckereien auswählen, die dem Teig die Zeit lassen, die er benötigt. Wer bei der Teiggehzeit ganz sicher gehen möchte, kann sein Brot natürlich auch selbst backen.

Quellen
Ziegler JU et al. Wheat and the irritable bowel syndrome – FODMAP levels of modern and ancient species and their retention during bread making. Journal of Functional Foods 2016; 25:257-266

Autor: reizdarm.net-Redaktion
Letzte Aktualisierung: 31.08.2016

Magenspiegelung (Gastroskopie)

Eine Magenspiegelung – medizinischer Fachbegriff: Gastroskopie – ist eine bildgebende Untersuchung, die das Innere des oberen Verdauungstrakts sichtbar macht. Treffender ist jedoch die Bezeichnung Magen-Darm-Spiegelung, denn die Spiegelung (Endoskopie) umfasst den Rachen, die Speiseröhre, den Magen und den ersten Abschnitt des Dünndarms (Zwölffingerdarm, Duodenum). Ärzte sprechen deshalb auch von einer Ösophago-Gastro-Duodenoskopie – kurz: ÖGD.

Bei welchen Symptomen ist eine Magenspiegelung sinnvoll

Eine Magenspiegelung ist empfehlenswert, wenn anhaltende Beschwerden im Oberbauch auftreten, zum Beispiel:

Auch bei Blut im Stuhl kann eine Gastroskopie sinnvoll sein: Ist das Blut rötlich bzw. in hellroten Schlieren erkennbar, spricht dies für eine Blutung im Darm. Ist der Stuhl jedoch pechschwarz verfärbt (sog. Teerstuhl), ist dies ein Hinweis darauf, dass er Blut aus dem Magen enthält.

Welche Probleme können mit einer Magenspiegelung festgestellt werden?

Mithilfe einer Gastroskopie lassen sich viele verschiedene Probleme des Magens und des übrigen oberen Verdauungstrakts erkennen, zum Beispiel:

  • Entzündungen der Speiseröhre, z.B. durch anhaltendes Sodbrennen oder Pilzinfektionen
  • entzündlich bedingte Veränderungen der Speiseröhre – sog. Barrett-Ösophagus (Barrett-Speiseröhre)
  • Ausstülpungen der Speiseröhre (Ösophagus-Divertikel)
  • Verengungen der Speiseröhre (Ösophagus-Stenose)
  • Speiseröhrenkrebs
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Magengeschwür (Ulcus ventriculi)
  • Magenpolypen
  • Magenkrebs
  • Geschwür des Zwölffingerdarms (Duodenalgeschwür)
  • Blutungen in Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)

Besteht der Verdacht auf einen Reizmagen, hilft die Magenspiegelung, organische Erkrankungen auszuschließen. Bei einem Reizmagen liefert die Gastroskopie keinen auffälligen Befund.

Einige Magenprobleme lassen sich im Rahmen der Untersuchung direkt beheben, etwa:

  • Entfernung verschluckter Fremdkörper
  • Stillen von Blutungen
  • Weiten von Verengungen der Speiseröhre
  • Entfernung von Polypen

Können andere bildgebende Untersuchungen eine Magenspiegelung ersetzen?

Gegenüber anderen bildgebenden Untersuchungen hat die Magenspiegelung den Vorteil, dass sie Bilder aus dem Inneren des Körpers liefert. Sie ist einfach durchzuführen und im Gegensatz zu anderen Verfahren (z.B. Computertomographie, Röntgen) mit keiner Strahlenbelastung verbunden. Ein weiterer Vorteil der Gastroskopie ist, dass einige Magenprobleme direkt behandelt werden können.

Wie sieht bei einer Magenspiegelung die Vorbereitung aus?

Im Gegensatz zu einer Darmspiegelung, ist bei einer Magenspiegelung keine aufwendige Vorbereitung oder die Einnahme von Abführmitteln notwendig. Für die Untersuchung muss der Magen leer sein. Er entleert sich jedoch deutlich schneller als der Darm. Deshalb reicht es bei einer Magenspiegelung zur Vorbereitung aus, etwa sechs bis acht Stunden vor der Untersuchung nichts mehr zu essen und zu trinken. Am Tag der Gastroskopie dürfen Patienten vorher außerdem nicht rauchen. Wer morgens Medikamente einnimmt, sollte mit dem Arzt vorab besprechen, ob dies auch am Tag der Untersuchung möglich ist.

Wie ist bei einer Magenspiegelung der Ablauf?

Eine Magenspiegelung führt in der Regel ein spezialisierter niedergelassener Arzt in seiner Praxis durch – in den meisten Fällen ein Gastroenterologe. Seltener findet die Gastroskopie ambulant im Krankenhaus statt.

Personen mit einem herausnehmbaren Zahnersatz (z.B. eine Zahnprothese) müssen diesen vor der Untersuchung entfernen. Für die Gastroskopie legt man sich seitlich auf eine Untersuchungsliege. Dann führt der Arzt das Endoskop – einen biegsamen, dünnen Kunststoffschlauch mit Kamera am vorderen Ende – über den Mund in den Rachen ein und schiebt es über die Speiseröhre in den Magen und den Zwölffingerdarm vor. Ein Beißring schützt das Endoskop vor den Zähnen.

Im Verlauf der Magenspiegelung richtet sich der Ablauf danach, was der Arzt sieht: Kann er keine Auffälligkeiten entdecken, zieht er das Endoskop langsam wieder zurück. Bei Bedarf kann er jedoch über das Endoskop weitere Instrumente einführen – zum Beispiel eine Zange, um Fremdkörper zu entfernen oder Gewebeproben zu entnehmen.

Ist bei einer Magenspiegelung eine Narkose notwendig?

In den meisten Fällen findet eine Magenspiegelung ohne Narkose statt. Die Untersuchung ist normalerweise nicht schmerzhaft. Allerdings kann das Endoskop den Rachen reizen oder das Vorschieben des Schlauchs kann einen Würgereiz hervorrufen. Vor der Gastroskopie sprüht der Arzt deshalb meistens ein örtlich wirkendes Betäubungsspray in den Rachen. Dadurch entsteht ein leichtes Taubheitsgefühl. Patienten, die trotzdem sehr nervös sind oder unter einem sehr starken Würgereiz leiden, können sich zusätzlich eine Beruhigungsspritze geben lassen, die schläfrig macht. Wer sich jedoch bei der Magenspiegelung für diese leichte Narkose entscheidet, sollte bedenken, dass er danach nicht selbst Auto fahren darf.

Magenspiegelung – mit welcher Dauer muss man rechnen?

Eine Magenspiegelung ist von überschaubarer Dauer: Nach etwa 10 bis 15 Minuten ist die Gastroskopie normalerweise vorbei. Nach der Untersuchung bleibt der Patient noch eine Weile unter Beobachtung – wie lange, richtet sich unter anderem danach, ob er vor der Spiegelung eine Beruhigungsspritze bekommen hat.

Autor: reizdarm.net-Redaktion
Letzte Aktualisierung: 14.06.2016

Darmspiegelung (Koloskopie) – Antworten auf häufige Fragen

Die Darmspiegelung – Fachbegriff: Koloskopie – ist eine Form der Endoskopie, bei welcher der Dickdarm (Colon bzw. Kolon) und das Ende des Dünndarms (terminales Ileum) untersucht werden können. Eine Sonderform ist die Rektoskopie (Mastdarmspiegelung). Das Rektum (Mastdarm) ist der letzte Abschnitt des Dickdarms, der vor dem Analkanal liegt. Für die Rektoskopie gibt es ein eigenes Instrument – das Rektoskop.

Bei welchen Symptomen sollte eine Darmspiegelung durchgeführt werden?

Eine Reihe von Symptomen kann darauf hindeuten, dass etwas im Darm nicht stimmt und eine Darmspiegelung sinnvoll ist, zum Beispiel:

  • sichtbares oder verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl
  • anhaltende Bauchschmerzen
  • Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, z.B. chronischer Durchfall, Verstopfung oder beides im Wechsel

Darüber hinaus ist eine Darmspiegelung sinnvoll zur Darmkrebsvorsorge und -nachsorge und wenn Darmpolypen entfernt wurden.

Welche Rolle spielt die Darmspiegelung im Rahmen der Darmkrebsvorsorge?

Die Darmspiegelung ist die wichtigste Untersuchung zur Darmkrebsvorsorge. Menschen über 55 Jahre oder Personen, bei denen enge Verwandte Darmkrebs haben oder hatten, sollten deshalb regelmäßig eine Koloskopie in Anspruch nehmen. Die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen: Gesetzlich Versicherte ohne ein erhöhtes Risiko für eine Darmkrebserkrankung haben ab einem Alter von 55 Jahren Anspruch auf zwei Koloskopien im Abstand von zehn Jahren. Bei auffälligen Befunden kann die Darmspiegelung selbstverständlich auf Kosten der Krankenkasse wiederholt werden.

Welche Darmprobleme können mit einer Darmspiegelung festgestellt werden?

Mithilfe einer Koloskopie kann der Arzt erkennen, ob die Darmschleimhaut verändert ist – zum Beispiel durch Entzündungen sowie gut- oder bösartige Neubildungen (Tumore). Falls nötig, kann er im Rahmen der Koloskopie über den flexiblen Schlauch Gewebeproben entnehmen, die anschließend unter dem Mikroskop feingeweblich (histologisch) untersucht werden. Kleinere Neubildungen entfernt der Arzt direkt mit einer Drahtschlinge.

Zu den Darmproblemen, die der Arzt durch eine Darmspiegelung feststellen kann, gehören unter anderem:

Besteht der Verdacht auf einen Reizdarm, hilft eine Darmspiegelung, andere Erkrankungen auszuschließen. Einen auffälligen Befund ergibt die Koloskopie bei einem Reizdarm nicht. Da es keine Untersuchungsmethode gibt, die das Reizdarmsyndrom nachweist – Reizdarm ist eine sogenannte Ausschlussdiagnose – ist eine Darmspiegelung hier trotzdem häufig sinnvoll.

Können andere bildgebende Untersuchungen eine Darmspiegelung ersetzen?

Einige Betroffene möchten keine Darmspiegelung, weil sie unsicher sind, wie diese abläuft, weil sie vor der Vorbereitung zurückschrecken oder sogar Angst vor der Untersuchung haben. Dann stellt sich die Frage, ob andere bildgebende Untersuchungen die Darmspiegelung ersetzen können, zum Beispiel:

  • Magnetresonanztomographie (MRT-Untersuchung)
  • Computertomographie (CT-Untersuchung)
  • Röntgen
  • Ultraschall

Diese Verfahren haben jedoch den Nachteil, dass sie nur Bilder „von außen“ liefern. Das Darminnere lässt sich am besten mit der Darmspiegelung erkennen – bereits kleinste Veränderungen, die auf einer Röntgen- oder MRT-Aufnahme noch gar nicht sichtbar wären, kann der Arzt dabei entdecken. Weitere Vorteile der Koloskopie:

  • keine Strahlenbelastung wie bei einer Röntgen- oder CT-Untersuchung
  • Entnahme von Gewebeproben und ggf. Entfernung von Veränderungen im Rahmen einer einzigen Untersuchung möglich
  • Senkung des Darmkrebsrisikos durch die Entfernung von Krebsvorstufen (Darmpolypen)

Ist bei einer Darmspiegelung eine besondere Vorbereitung notwendig?

Bei einer Darmspiegelung besteht die Vorbereitung darin, den Darm möglichst gut zu entleeren. Nur wenn der Darm frei von Speiseresten ist, liefert die Koloskopie zuverlässige Untersuchungsergebnisse.

Bereits etwa drei Tage vor dem Termin sollten Sie auf sehr ballaststoffreiche oder kernhaltige Lebensmittel verzichten, wenn eine Darmspiegelung geplant ist. Zur Vorbereitung sind in den Tagen vor der Untersuchung deshalb Müsli, Vollkornprodukte und kernhaltiges Obst und Gemüse tabu  – denn selbst mit Abführmitteln benötigen zum Beispiel Leinsamen und die Kerne von Tomaten, Kiwis oder Weintrauben oft einige Tage, bis sie den Darm wieder verlassen.

Einen Tag vor der Darmspiegelung beginnt die eigentliche Vorbereitung: Nach einem leichten, ballaststoffarmen Frühstück sollte man nichts mehr essen. Auf Vollkornbrot und Müsli sollten Sie (wie in den Tagen zuvor) morgens verzichten, wenn eine Koloskopie ansteht – besser geeignet ist Weißbrot. Je nachdem, wann die Untersuchung am nächsten Tag stattfindet, ist manchmal auch ein ballaststoffarmes Mittagessen möglich. Bei der Terminvereinbarung wird Ihnen genau gesagt, ab wann sie vor der geplanten Koloskopie mit der Vorbereitung beginnen und nichts mehr essen sollen. Klare Brühe ist in jedem Fall gut geeignet und lindert auch den Hunger. Das Wichtigste bei der Vorbereitung vor einer Darmspiegelung ist jedoch, möglichst viel zu trinken, um den Darm auszuspülen. Gut geeignet sind zum Beispiel Wasser, Tee und Fruchtsäfte (ohne Fruchtfleisch). Erlaubt sind auch Limonade und Kaffee (in Maßen).

Wenn Sie einen Termin für eine Koloskopie vereinbaren, erhalten Sie ein Abführmittel. Dieses nehmen Sie am Tag vor der Untersuchung ein. Es gibt verschiedene geeignete Mittel – manchmal ist das Abführmittel bereits in Flaschen vorbereitet, bei anderen handelt es sich um ein Pulver, dass Sie selbst mit Flüssigkeit anrühren. Wichtig ist, dass Sie zur Vorbereitung der Darmspiegelung die gesamte Menge Abführmittel verbrauchen und zusätzlich viel trinken.

Wie sieht bei einer Darmspiegelung der Ablauf aus?

Eine Darmspiegelung kann entweder in der Praxis eines spezialisierten niedergelassenen Arztes (meist ein Gastroenterologe) oder ambulant im Krankenhaus stattfinden. Für die Untersuchung legt man sich seitlich auf eine Liege. Der Arzt schiebt dann ein Endoskop (Koloskop) über den After in den Dickdarm und anschließend in den Endbereich des Dünndarms vor. Dort angelangt, zieht er das Endoskop langsam wieder zurück und betrachtet dabei die Darmwand.

Das Endoskop ist ein biegsamer Schlauch, der etwa so dick ist wie ein Finger. Am vorderen Ende des Endoskops befindet sich eine Mini-Kamera. Der Schlauch hat außerdem mindestens zwei Kanäle, über die der Arzt bei Bedarf weitere Instrumente einführen kann – zum Beispiel eine kleine Zange, um Gewebeproben zu entnehmen oder eine Drahtschlinge, um Darmpolypen abzutragen. Damit er die Darmwand besser beurteilen kann, leitet der Arzt über das Endoskop Luft in den Darm, damit sich dieser leicht weitet. Diese Luft entweicht nach der Untersuchung wieder – deshalb kann nach der Koloskopie noch ein Blähbauch vorhanden sein und mitunter treten Blähungen auf.

Sind Speisereste im Darm, spült der Arzt diese mit Wasser weg. Durch eine gute Vorbereitung kann dies jedoch vermieden werden – dadurch wird die Untersuchung schonender, zuverlässiger und es besteht nicht das Risiko, dass zum Beispiel Kerne das Endoskop verstopfen.

Bekommt man bei einer Darmspiegelung eine Narkose?

Für die Durchführung einer Darmspiegelung ist normalerweise keine Narkose notwendig. Viele Patienten wünschen sich jedoch eine Betäubung, da sie Angst vor Schmerzen haben. Diese Furcht ist jedoch meist unbegründet – eine Koloskopie verläuft in der Regel weitgehend schmerzfrei. Manche Menschen empfinden es jedoch als unangenehm, wenn der Arzt das Endoskop vorschiebt oder Luft einleitet. Wenn der Patient es möchte, spritzt der Arzt deshalb ein Medikament, das beruhigt und etwas schläfrig macht – viele Patienten verschlafen die Darmspiegelung dann auch ohne Narkose.

Wer sich für eine „Schlummerspritze“ entscheidet, darf nach der Darmspiegelung nicht selbst Auto fahren.

Wie lange dauert eine Darmspiegelung?

Eine Koloskopie dauert in der Regel etwa 20 bis 30 Minuten – die genaue Dauer ist unter anderem abhängig davon…

  • …wie sauber der Darm ist.
  • …ob der Arzt Gewebeproben entnimmt und ggf. wie viele.
  • …ob Veränderungen wie Darmpolypen entfernt werden.

Wird die Darmspiegelung in einer Arztpraxis durchgeführt, dauert der gesamte Aufenthalt etwa zwei Stunden. In einer Klinik kann es durch Wartezeiten etwas länger dauern.

Quellen:
Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst. Darmspiegelung: Bilder aus dem Darm. Online-Informationen (Abruf: 02/2016)
Felix Burda Stiftung. Untersuchungsmethoden: Darmspiegelung (Koloskopie). Online-Informationen (Abruf: 02/2016)

Autor: reizdarm.net-Redaktion
Letzte Aktualisierung: 27.03.2016

Superfood Chia-Samen – was kann die „Wundersaat“?

Chia-Samen gelten als gesund – ihnen werden zahlreiche positive Wirkungen zugeschrieben. Häufig ist sogar von einer „Wundersaat“ die Rede. Angeblich wurden Chia-Samen bereits von den Maya als Heilsamen verwendet. Tatsächlich stammt Chia ursprünglich aus Mexiko und Guatemala und gehörte früher zu den Hauptnahrungspflanzen der dortigen Bevölkerung. Inzwischen kann man Chia-Samen auch hierzulande kaufen. In der Europäischen Union (EU) zählen sie allerdings zu den neuartigen Lebensmitteln (Novel Food), deren Verbreitung reglementiert ist. In der EU dürfen Backwacken und andere Produkte maximal zehn Prozent Chia-Samen enthalten. Bei vorverpackten Chia-Samen muss die Verpackung einen Hinweis enthalten, dass nicht mehr als 15 Gramm pro Tag verzehrt werden sollen – für Mengen darüber ist die gesundheitliche Unbedenklichkeit nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

Geschmacklich sind Chia-Samen kein besonderes Highlight – sie schmecken relativ neutral, knusprig und ein wenig nussig, ähnlich wie Leinsamen. Botanisch gesehen, zählen sie zu den Ölsaaten (wie z.B. auch Leinsamen) und den sogenannten Pseudogetreiden, zu denen auch Buchweizen gehört. Was ist also so besonders an Chia-Samen und sind sie wirklich ein Superfood? Eines steht in jedem Fall fest: Chia-Samen enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe. Sie gehören zum Beispiel zu den besten pflanzlichen Quellen für mehrfach ungesättigte Fettsäuren, vor allem Omega-3-Fettsäuren. Sie enthalten etwa 25 bis 40 Prozent Fett – die wertvollen mehrfach ungesättigten Fettsäuren machen mehr als 80 Prozent davon aus.

Weitere wichtige Inhaltsstoffe der Chia-Samen sind:

  • viele Ballaststoffe – 15 g Chia-Samen enthalten rund 5 g Ballaststoffe und damit bereits ein Sechstel der von Ernährungswissenschaftlern empfohlenen täglichen Zufuhrmenge von 30 g
  • hoher Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen, z.B. Calcium, Eisen, Magnesium
  • sekundäre Pflanzenstoffe, die als Antioxidantien wirken

Darüber hinaus sind Chia-Samen sehr eiweißreich: Sie enthalten mit rund 20 Prozent Protein mehr als andere Getreidearten wie Reis oder Weizen. Chia-Samen liefern alle essentiellen Aminosäuren – das sind Eiweißbausteine, die der menschliche Körper benötigt, aber nicht selbst herstellen kann.

Aufgrund ihres neutralen Geschmacks sind Chia-Samen vielfältig einsetzbar. Sie können zum Beispiel ins Müsli, auf Joghurt, in Suppen, Reisgerichte oder über Gemüse und Salate gegeben werden. Da Chia-Samen kein Gluten enthalten, eignen sie sich auch für die glutenfreie Ernährung bei Zöliakie. Veganer schätzen an Chia-Samen, dass sie anstelle von Eiern eingesetzt werden können: Chia-Pudding, ein Gel aus Chia-Samen und Wasser, kann zum Beispiel etwa ein Viertel der Ei- oder Ölmenge in Backwaren ersetzen.

Es gibt ein paar kleinere Studien mit Chia-Samen, die deren Wirkung auf die Gesundheit des Menschen untersucht haben. Aussagen zu langfristigen Gesundheitseffekten sind bislang nicht möglich. Die Studien liefern jedoch Hinweise darauf, dass Chia-Samen eine positive Wirkung haben können, zum Beispiel:

  • Senkung des Blutdrucks bei Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Verlängerung des Sättigungsgefühls
  • Verlangsamung des Blutzuckeranstiegs nach dem Essen

Viele Menschen haben die Hoffnung, mit Chia-Samen besser abnehmen zu können. Chia-Pudding sättigt gut und die enthaltenen Ballaststoffe sorgen für eine geregelte Verdauung. Ob Chia-Samen jedoch wirklich beim Abnehmen helfen, ist bislang nicht klar – Studien liefern dazu widersprüchliche Ergebnisse. Sicher ist jedoch, dass Chia-Pudding allein nicht zum gewünschten Erfolg führt. Entscheidend ist, was und wie viel man sonst noch isst.

Der positive Einfluss auf die Verdauung kann auch bei Darmproblemen helfen. Vorsichtig sollten jedoch Betroffene mit einem Reizdarm sein, die zu Durchfall neigen – der hohe Ballaststoffgehalt kann hier zu Beschwerden führen. Außerdem empfinden manche Reizdarm-Patienten das erhöhte Stuhlvolumen als unangenehm.

Chia-Samen werden ihrem Ruf als Superfood durchaus gerecht. Von einer „Wundersaat“ kann aber keine Rede sein. Wer auf seine schlanke Linie achtet, sollte an den hohen Fettgehalt denken – zwar handelt es sich um gesundes Fett, aber auch dieses schlägt kalorientechnisch zu Buche: Ein Esslöffel Chia-Samen (ca. 15 g) enthält rund 73 Kilokalorien und damit fast so viel, wie ein ganzer Apfel (ca. 150 g). Da Chia-Samen stark aufquellen, ist es außerdem wichtig, immer ausreichend zu trinken, damit keine Darmprobleme wie Verstopfung auftreten. Ob man sich das Superfood wirklich leisten möchte, ist auch eine Frage des Geldes – Chia-Samen sind deutlich teurer als heimische Lebensmittel. Eine ähnliche Fettzusammensetzung findet sich zum Beispiel in Leinsamen, Rapsöl oder Nüssen.

Sie möchten Chia-Samen ausprobieren? Lassen Sie sich von unseren Rezepten insprieren!

Quellen
Bechthold A. Chiasamen: Präkolumbisches Grundlebensmittel und modernes Novel Food. Ernährungs Umschau 2015; 62(3):S9-S12
Durchführungsbeschluss der Kommission vom 22. Januar 2013 über die Genehmigung einer Erweiterung der Verwendungszwecke von Chiasamen (Salvia hispanica) als neuartige Lebensmittelzutat gemäß der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlamentes und des Rates (2013/50/EU)
Verbraucherzentrale Bundesverband. Nahrungsergänzungsmittel – eine Übersicht von A-Z: Chia. Online-Informationen (Abruf: 02/2016)

Autor: reizdarm.net-Redaktion
Letzte Aktualisierung: 20.04.2016