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Durchfall - Überblick
Durchfall – wenn es schnell gehen muss
Ein Jeder hat das schon einmal erleben müssen: Es grummelt unangenehm im Bauch, Krämpfe kommen dazu – und schon muss es ganz, ganz schnell gehen! Die Rede ist von Durchfall, medizinisch auch als Diarrhö bezeichnet.
Experten sprechen im Allgemeinen dann von Durchfall, wenn die Stuhlfrequenz und die Stuhlbeschaffenheit derart verändert sind, dass wässrig-breiige Stuhlentleerungen häufiger als 3 Mal täglich auftreten und ein Volumen von mehr als 250 ml pro Tag aufweisen.
Ein Symptom – zahlreiche Ursachen
Akuter Durchfall als Folge einer Infektion
Die Ursachen für Durchfall können vielfältig sein. Viren oder Bakterien beispielsweise sind Hauptverursacher des plötzlich auftretenden, akuten Durchfalls, der in der Regel maximal drei Tage anhält. Bekannte Übeltäter sind hier zum Beispiel der Norovirus, E.coli Bakterien oder auch Salmonellen. Es handelt sich in der Regel also um einen infektiös bedingten Durchfall, der häufig über Wasser oder Lebensmittel ausgelöst wird. Aber auch eine Tröpfcheninfektion ist möglich.
Akuter Durchfall als Nebenwirkung von Antibiotika
Bei einer bakteriellen Infektion, beispielsweise bakteriell bedingtem Durchfall oder anderen Krankheiten wie zum Beispiel einer Nasen-Nebenhöhlen-Entzündung oder einer Mandelentzündung ist die Gabe von Antibiotika üblich. Das Problem: Antibiotika greifen nicht nur die krankmachenden Bakterien, sondern auch die ganz natürlich vorkommenden, „guten“ Bakterien im Darm an. Die Folge: Sie bringen die Darmflora aus dem Gleichgewicht, krankmachende Keime können sich leichter ansiedeln und vermehren – Durchfall ist dann häufig eine unerwünschte Nebenwirkung. Ein Teufelskreis, dem man heute mit der begleitenden Einnahme von Probiotika entgegen wirken kann.
Chronischer Durchfall als Symptom von Grunderkrankungen
Durchfall wird dann als chronisch bezeichnet, wenn er mehr als zwei Wochen anhält bzw. immer wieder kehrt. Auch hier gibt es unterschiedliche Auslöser, die in Frage kommen. Medikamente, der Missbrauch von Abführmitteln aber auch Stoffwechselstörungen und bestimmte Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn sind typische Ursachen.
Doch was, wenn keinerlei derartige Krankheiten, also keine organischen Ursachen gefunden werden und auch äußere Einflüsse wie die Einnahme bestimmter Medikamente nicht zutreffen? Was, wenn der Durchfall dennoch immer wieder kommt? Möglicherweise handelt es sich dann bei Durchfall als Symptom des Reizdarmsyndroms.
Chronischer Durchfall als typisches Begleitsymptom des Reizdarmsyndroms
Tatsächlich zählt anhaltender bzw. immer wieder auftretender Durchfall zu den typischen Symptomen des Reizdarmsyndroms. Häufig tritt der Durchfall in Abwechslung mit Verstopfung auf, Bauchschmerzen, Blähungen und Völlegefühl können mit dem häufigen, veränderten Stuhlgang einhergehen. Die Beschwerden verstärken sich häufig bei seelischer Belastung oder Stress.
Funktionelle Darmstörungen sind ein häufiges Phänomen. Schätzungen zu Folge leiden etwa 20 bis 25 Prozent der Bundesbürger daran, wobei die Mehrzahl der Betroffenen keine ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt und mit diesem „Tabu-Thema“ für sich bleibt.
Das Reizdarmsyndrom zählt dabei zu den Funktionellen Darmstörungen, die am weitesten verbreitet sind. Der Ausdruck „funktionell“ beschreibt die Tatsache, dass eben keine organischen Ursachen für die auftretenden Beschwerden gefunden werden konnten.
Was viele nicht wissen: Funktionelle Beschwerden sind keine „eingebildete Krankheit“! Tatsächlich gibt es kausale Zusammenhänge, die das Auftreten von Durchfall ohne organischen Befund ursächlich erklären lassen. Und das ist die gute Nachricht: Das Wissen um diese Zusammenhänge ermöglicht es uns heute, funktionellen Durchfall nicht nur symptomatisch sondern auch ursächlich zu behandeln.
Der Darm: Unser größtes Immunsystem
Der Darm wird heute als größtes Immunsystem unseres Körpers bezeichnet. Dies macht deutlich, wie wichtig eine intakte Darmflora für unsere Gesundheit ist. Die Darmflora ist ein komplexes Zusammenspiel zahlreicher verschiedener Bakterienarten und Mikroorganismen. Ist die Darmflora in Balance, herrscht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen „guten“ Darmbakterien (z.B. Bifidobakterien, Lactobazillen) und pathogenen Keimen (z.B. E.coli Bakterien).
Aktuelle Studien allerdings belegen, dass bei Patienten, die unter Durchfall als Folge des Reizdarmsyndroms leiden, diese empfindliche Darmflora gestört ist. Genauer gesagt kommt es zu einer erhöhten Anzahl der pathogenen Keime bei paralleler Abnahme bestimmter Bifidobakterien und/oder Lactobazillen. Und genau hier liegt das Problem. Denn sinkt die Anzahl bestimmter Bifidobakterien, können sie ihre zahlreichen wichtigen Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen. Der Schutz vor Viren, Pilzen und pathogenen Keimen nimmt in Folge dessen ab, die Bildung wichtiger Vitamine im Darm lässt nach und die antibakterielle Barrierefunktion des Darms wird geschwächt.
Es besteht also ein nachweislicher Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Durchfall und einer gestörten Darmflora. Dies erklärt auch die Entstehung von Durchfall als Nebenwirkung der Gabe von Antibiotika. Schließlich greifen Antibiotika auch Bakterien wie Bifidobakterien im Darm an und ermöglichen so die Ansiedlung und Vermehrung von krankmachenden Keimen. So sind bei etwa 70 Prozent aller gesunden Erwachsenen in allen Magen-Darm-Abschnitten bestimmte Pilze, meist Vertreter der Gattung Candida, nachweisbar. Diese sind allerdings nur so lange unschädlich, wie die physiologische Darmflora intakt ist und ein funktionierendes Immunsystem gewährleistet ist.
Übrigens: Auch die Entstehung zahlreicher anderer Erkrankungen wie zum Beispiel Allergien wird heute auf eine Dysbalance der mikrobiellen Flora im Darm zurück geführt. Eine Sanierung der Darmflora nimmt daher eine ganz zentrale Rolle ein, wenn es darum geht, das körpereigene Immunsystem wieder auf Trab zu bringen und die Gesundheit zu unterstützen.
Sanierung der Darmflora mittels Probiotika: Die effektive Therapie bei Durchfall
Die Sanierung der Darmflora steht bei Durchfall – egal ob als Folge eines funktionellen Reizdarmsyndroms oder als Nebenwirkung von Antibiotika – also im Mittelpunkt einer effektiven und nachhaltigen Therapie. Hier hat sich die Zufuhr sogenannter Probiotika bewährt. Aktuelle Studien belegen: Insbesondere die Gattung der Bifidobakterien und Lactobazillen kann zur Sanierung der Darmflora erfolgreich eingesetzt werden.
Eine gesunde Darmflora: Die beste Vorbeugung vor Durchfall
Die gute Nachricht zum Schluss: Wer sich kontinuierlich um eine intakte Darmflora kümmert, senkt das Risiko, an Durchfall zu erkranken. Schließlich hat der Darm die Hauptrolle, wenn es um unser Immunsystem geht.
Erfahren Sie hier mehr über die Ursachen von Durchfall als Folge des Reizdarmsyndroms > |
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