Magenschmerzen

Was sind Magenschmerzen?

Treten Oberbauchschmerzen auf, setzen viele Menschen dies mit Magenschmerzen gleich. Tatsächlich auf den Magen zurückzuführen sind aber nur Schmerzen im linken Oberbauch, denn dort befindet sich der Magen. Schmerzen im Oberbauch können aber zum Beispiel auch auf Probleme mit der Speiseröhre, Leber oder der Galle hindeuten.

Zieht sich der Magen plötzlich stark zusammen, treten Magenkrämpfe auf. Häufig sind sie ebenfalls schmerzhaft. Für Magenkrämpfe ist charakteristisch, dass sich die unangenehmen Krampfphasen und symptomfreie Entspannungsphasen abwechseln.

In der medizinischen Fachsprache heißen Magenschmerzen Gastralgie. Magenkrämpfe werden Magenkolik genannt. Seltener wird auch der Begriff Gastrodynie für Magenschmerzen und Magenkrämpfe verwendet. Schmerzen in der Magengegend bzw. um den Magen herum bezeichnen Ärzte als epigastrische Schmerzen. Diese Bezeichnung sagt jedoch nichts darüber aus, ob tatsächlich Magenprobleme für die Beschwerden verantwortlich sind − sie gibt nur den Ort an, an dem die Schmerzen auftreten.

Magenschmerzen und Magenkrämpfe können plötzlich (akut) auftreten und nach kurzer Zeit von wieder verschwinden oder längerfristig anhalten. Akute Magenprobleme vergehen häufig von selbst. Magenschmerzen nach dem Essen bessern sich zum Beispiel oftmals, wenn sich der Magen entleert hat.

Magenschmerzen und Magenkrämpfe sind keine eigenständigen Erkrankungen, sondern die Symptome verschiedener Magenprobleme. Auch psychische Belastungen oder Krankheiten anderer Organe können zu Magenschmerzen führen. Besonders Erkrankungen der Verdauungsorgane können Magenbeschwerden bzw. epigastrische Schmerzen hervorrufen. Oftmals ist der Darm dafür verantwortlich. Aber zum Beispiel auch die Bauchspeicheldrüse oder die Leber kommen als Auslöser infrage. Sogar das Herz kann Magenprobleme verursachen. Häufig entstehen Magenkrämpfe und Magenschmerzen jedoch durch Stress. Ein ungesunder Lebensstil mit einer einseitigen Ernährung, wenig Bewegung und einem stressigen Alltag fördern Magenprobleme.

In der Regel sind Magenbeschwerden harmlos und bedürfen keiner Behandlung. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen starke Magenschmerzen auf eine lebensbedrohliche Erkrankung hindeuten. Vor allem sehr heftige Beschwerden, die sich durch keinen konkreten Auslöser erklären lassen und Schmerzen, die zum Beispiel in den Arm ausstrahlen sind Alarmsignale, bei denen man einen Notarzt rufen sollte.

Magenschmerzen − Ursachen sind häufig Lebensstilfaktoren

Magenschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Häufig ist eine übermäßige Magensäureproduktion der Auslöser der Magenprobleme. Warum es dazu kommt, kann viele Gründe haben.

Unangenehm, aber in der Regel harmlos, sind Magenbeschwerden durch einen ungesunden Lebensstil. Wenig Bewegung fördert Magenschmerzen. Auch Stress ist bei vielen Menschen ein Auslöser der Beschwerden − ihnen schlägt der Stress wörtlich „auf den Magen“. Eine ungesunde Ernährung gehört bei Magenschmerzen zu den häufigen Ursachen. Sehr fette oder scharf gewürzte Speisen kurbeln die Magensäureproduktion an und reizen die Magenschleimhaut. Blähende Lebensmittel wie Kohl, Bohnen oder Zwiebeln fördern die Gasentwicklung im Bauch. Steigen die Gase nach oben, drücken sie auf den Magen. Zum Teil starke Magenschmerzen sind die Folge. Weitere Ursachen der Magenprobleme können kohlensäurehaltige Getränke, Kaffee oder Alkohol sein.

Frau nimmt Schmerzmittel - mögliche Magenschmerzen-Ursachen
Schmerzmittel gehören bei Magenschmerzen zu den möglichen Ursachen

Die Einnahme bestimmter Medikamente, die schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend wirken, verursacht häufig starke Magenschmerzen. Problematisch sind die sogenannten nicht-steroidalen Entzündungshemmer (NSAR), zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac. Sie reduzieren die Bildung von Schleim, der die Magenschleimhaut vor der aggressiven Magensäure schützt. Wenn es zu diesen Medikamenten keine Alternative gibt, sollte der Arzt zusätzlich ein Mittel zum Magenschutz verschreiben.

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Außerdem kommen bei Magenschmerzen nicht-organische Ursachen infrage. Mediziner sprechen dann von funktionellen Magenbeschwerden. Dazu gehören zum Beispiel das Reizdarmsyndrom (kurz: Reizdarm) und der Reizmagen (funktionelle Dyspepsie). Darüber hinaus sind Essstörungen wie Magersucht (Anorexie) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie) häufig mit Magenschmerzen verbunden.

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Darüber hinaus können Magenschmerzen organische Ursachen haben. Etwa eine akute Magenschleimhautentzündung (Gastritis) gehört bei mitunter starken Magenschmerzen zu den häufigen Ursachen. Bei einer dauerhaften (chronischen) Magenschleimhautentzündung treten dagegen oftmals keine Magenschmerzen auf.

Weitere gesundheitliche Probleme, die bei epigastrischen Schmerzen und Magenschmerzen als Ursachen infrage kommen, sind zum Beispiel:

  • Lebensmittelvergiftung durch verdorbenes Essen, z.B. Pilzvergiftung, Salmonelleninfektion
  • Nahrungsmittelallergien
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten, z.B. Fructoseunverträglichkeit, Laktoseunverträglichkeit
  • akute Magen-Darm-Erkrankungen, v.a. Infektionen
  • chronische Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori
  • Refluxkrankheit
  • Entzündung der Speiseröhre
  • Krampfadern im Bereich des Mageneingangs
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus ventriculi bzw. Ulcus duodeni)
  • Magenblutung
  • Ménétrier-Krankheit: seltene Erkrankung, bei der die Magenschleimhaut stark wuchert
  • Krebserkrankungen, z.B. Magenkrebs, Speiseröhrenkrebs

Magenkrämpfe haben häufig akute Ursachen wie eine Lebensmittelvergiftung, zum Beispiel eine Pilzvergiftung. Der Magen zieht sich dann krampfartig zusammen, um den krankmachenden Inhalt schnellstmöglich loszuwerden. Deshalb treten Magenkrämpfe und Übelkeit bzw. Erbrechen häufig gleichzeitig aus. Darüber hinaus haben Magenschmerzen und Magenkrämpfe mitunter psychische Ursachen. Ängste können dazu führen, dass sich der Magen verkrampft und Magenprobleme auftreten.

Auch ein Herzinfarkt äußert sich in manchen Fällen durch starke, stechende Magenschmerzen beziehungsweise epigastrische Schmerzen oder einen heftigen Magendruck. Plötzlich auftretende starke Beschwerden sollten deshalb immer ernstgenommen werden − vor allem, wenn die Schmerzen zum Beispiel in den linken Arm oder den Kiefer ausstrahlen.

Magenschmerzen als Symptome gesundheitlicher Probleme

Magendrücken, Magenkrämpfe und Magenschmerzen sind Symptome, die durch verschiedene Magenprobleme entstehen können. Außerdem können selbst starke Magenschmerzen Symptome von Stress sein. Sie können sich sehr unterschiedlich anfühlen, zum Beispiel:

  • stechend
  • ziehend
  • brennend
  • dumpf
  • drückend

Magenkrämpfe treten in der Regel in Wellen auf: Auf eine schmerzhafte Krampfphase folgt eine beschwerdefreie Entspannungsphase.

Je nach Ursache der Magenschmerzen treten mitunter weitere Symptome auf, darunter:

Besonders häufig treten starke Magenschmerzen und Übelkeit, teilweise mit Erbrechen, gleichzeitig auf. Auch Magenkrämpfe und Durchfall sind oftmals gleichzeitige Symptome einer Magen-Darm-Erkrankung, zum Beispiel einer Infektion oder Lebensmittelvergiftung.

Nach dem Essen verstärken sich die Magenschmerzen und andere Symptome in vielen Fällen. Grund dafür ist, dass sich die Magenwand durch die Mahlzeiten dehnt. Ist diese zum Beispiel durch eine Magenschleimhautentzündung gereizt, verursacht dies Magenschmerzen und häufig Übelkeit. Auch bei Geschwüren im Magen oder Zwölffingerdarm sind Magenkrämpfe und Magenschmerzen nach dem Essen typische Symptome: Bei einem Magengeschwür treten sie kurz nach dem Essen auf (sog. Frühschmerz). Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür sind Magenschmerzen 1,5 bis 4 Stunden nach dem Essen sowie nachts charakteristisch (sog. Spät- oder Nachtschmerz).

Je nach Erkrankung und Schweregrad sind neben Magendrücken und Magenschmerzen allgemeine Symptome möglich, zum Beispiel Fieber oder Kreislaufschwäche.

Bei Magenschmerzen ist eine Diagnose nicht immer notwendig

Nicht immer muss ein Arzt bei Magenschmerzen eine genaue Diagnose stellen. In den meisten Fällen sind Magenschmerzen harmlos und verschwinden relativ schnell wieder von selbst. Oftmals ist es auch möglich, die Magenprobleme einem bestimmten Auslöser zuzuordnen − etwa einer üppigen oder sehr fettigen Mahlzeit oder einer besonderen Stress-Situation.

Es gibt keine klaren Regeln, ab wann bei Magenschmerzen die Diagnose der Ursachen durch einen Arzt ratsam ist. Sinnvoll ist es jedoch, sich untersuchen zu lassen, wenn die Magenprobleme…

  • Rettungswagen vor Notaufnahme - starke Magenschmerzen können auf einen medizinischen Notfall hinweisen
    Meist sind Magenschmerzen harmlos. Starke Magenschmerzen können aber auch ein Hinweis auf einen medizinischen Notfall sein

    …sich nicht mit einem bestimmten Auslöser erklären lassen.

  • …über einen längeren Zeitraum anhalten oder immer wieder auftreten.
  • …mit sehr starken Magenkrämpfen oder anderen besorgniserregenden Symptomen wie Erbrechen oder Blut im Stuhl verbunden sind.

Sehr plötzlich auftretende starke Magenschmerzen, die zum Beispiel in den linken Arm ausstrahlen, sind mögliche Hinweise auf einen Herzinfarkt. Auch eine Lungenembolie kann sich durch starke Magenschmerzen bzw. Schmerzen in der Magengegend äußern. Beides sind medizinische Notfall-Situationen, bei denen Sie sofort den Notarzt rufen sollten.

Was geschieht beim Arzt?

Es gibt bei Magenschmerzen keinen einfachen Test, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Bei akuten Magenbeschwerden lässt sich jedoch häufig ein konkreter Auslöser identifizieren, sodass oftmals keine weiteren Untersuchungen notwendig sind. Dazu gehören zum Beispiel akute Magen-Darm-Infektionen.

Zunächst erhebt der Arzt in jedem Fall die Krankengeschichte (Anamnese), um bei Magenschmerzen die Diagnose zu stellen. Dazu stellt er einige Fragen, zum Beispiel:

  • Seit wann treten die Magenprobleme auf?
  • Wo genau schmerzt der Bauch?
  • Sind die Magenbeschwerden an bestimmte Auslöser geknüpft, z.B. bestimmte Lebensmittel, Zigaretten- oder Alkoholkonsum?
  • Treten die Magenschmerzen nach dem Essen auf bzw. verstärken sie sich nach einer Mahlzeit?
  • Beeinträchtigen Sie die Magenprobleme auch nachts?
  • Haben Sie weitere Symptome bemerkt, z.B. ein Völlegefühl, Übelkeit oder Durchfall?
  • Hatten Sie letzter Zeit vermehrt Stress oder Ärger?

Häufig erhält der Arzt bereits durch den Schmerzort einen Hinweis auf die Ursache der Magenschmerzen und die genaue Diagnose: Der Mageneingang liegt mittig im Oberbauch, der Magen selbst befindet sich auf der linken Seite unter den Rippenbögen. Dementsprechend sind wirkliche Magenschmerzen nur im linken Oberbauch zu finden. Mittige Schmerzen im Oberbauch sind dagegen eher ein Hinweis auf ein Problem der Speiseröhre (z.B. eine Refluxerkrankung) oder ein Darmproblem. In manchen Fällen äußert sich zum Beispiel ein Reizdarm durch „Magenschmerzen“ bzw. Schmerzen in der Magengegend, die jedoch eher mittig liegen. Diese treten mitunter auf, wenn sich vermehrt Gas im Darm bildet, das nach oben steigt und auf den Magen drückt.

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Auch die zusätzlichen Symptome sind häufig „verräterisch“ für die Ursachen: Magenkrämpfe und Durchfall sowie Magenschmerzen und Übelkeit oder Erbrechen sind oftmals ein Hinweis auf eine akute Magen-Darm-Infektion.

Nach dem Erfassen der Krankengeschichte untersucht der Arzt den Bauch, um den Magenbeschwerden auf die Spur zu kommen. Er hört den Bauch mit einem Stethoskop ab und achtet dabei auf die Geräusche der Verdauungsorgane, zum Beispiel übermäßiges Magenknurren oder Magenglucksen. Außerdem tastet er den Bauch ab. Dabei bemerkt er unter anderem, ob die Bauchdecke weich oder angespannt ist, wo sich der Schmerz genau befindet und ob sich die Magenschmerzen durch Druck verstärken.

Je nach vermuteter Ursache, kann der Arzt bei Magenschmerzen die Diagnose mit verschiedenen Untersuchungen sichern. Infrage kommen zum Beispiel:

Häufig reicht bei Magenschmerzen ein Test allein nicht aus, um die Diagnose zu stellen. Dann sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Die Blutuntersuchung stellt meist den Startpunkt dar.

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Liegt ein Reizdarm oder Reizmagen zugrunde, bleiben jedoch alle Untersuchungen ergebnislos: Es gibt keine Methode, um zweifelsfrei diese Ursachen von Magenschmerzen zu erkennen. Die Diagnose erfolgt über den Ausschluss anderer Erkrankungen.

Magenschmerzen klingen oft ohne Behandlung ab

Wie sich Magenschmerzen behandeln lassen, hängt von ihren Ursachen ab. In einigen Fällen verschwinden die Magenprobleme nach kurzer Zeit von selbst wieder. Wer jedoch immer wieder unter Magenschmerzen leidet (z.B. nach dem Essen, durch Stress), sollte über eine langfristige Veränderung seiner Lebens- und Ernährungsgewohnheiten nachdenken. Mehr Bewegung und eine ausgewogene, gesunde Ernährung sind ein guter Anfang. Außerdem ist es ratsam, auf den Konsum von Alkohol und Nikotin zu verzichten, da sie den Magen reizen. Nur wer die Auslöser konsequent meidet, kann lebensstilbezogene Magenschmerzen dauerhaft behandeln. Magenschmerzen durch Stress kann man durch gezielte Entspannungsübungen entgegenwirken.

Obst, Milch, Nüsse als häufige Verursacher von Lebensmittelallergien - sind sie die Ursache von Magenschmerzen hilft nur Vermeiden
Sind Nahrungsmittelallergien Ursache der Magenschmerzen, besteht die Behandlung aus konsequentem Verzicht

Sind Nahrungsmittelallergien oder eine Unverträglichkeit (z.B. Laktoseintoleranz, Fructoseintoleranz) für die Beschwerden verantwortlich, hilft es, die problematischen Lebensmittel zu meiden. Diese Magenschmerzen benötigen keine weitere Behandlung, sondern verschwinden in der Regel von selbst.

Einige Menschen vertrauen bei Magenkrämpfen und Magenschmerzen auf Homöopathie. Es gibt verschiedene homöopathische Mittel, die bei Magenproblemen angewandt werden können. Wer Homöopathie bei Magenschmerzen ausprobieren will, sollte sich von einem Spezialisten dazu beraten lassen, zum Beispiel einem homöopathisch geschulten Apotheker oder Heilpraktiker.

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Welche Mittel gegen Magenschmerzen und Magenkrämpfe sinnvoll sind, hängt von den Ursachen ab. Verursacht das Reizdarmsyndrom Magenschmerzen, gibt es ein Mittel, das die Ursachen angeht: Immer mehr Wissenschaftler sind der Überzeugung, dass eine geschädigte Darmbarriere die Hauptursache eines Reizdarms ist. Genau an dieser Stelle setzt das Reizdarm-Mittel Kijimea Reizdarm  an: Es enthält den weltweit einzigartigen Bifidobakterienstamm B. bifidum MIMbb75. Dieser legt sich über die Darmwand. Dadurch verhindert er, dass Krankheitserreger in die Darmwand eindringen und diese weiter reizen.

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Ist etwa der Magenkeim Helicobacter pylori Auslöser der Magenprobleme, ist oftmals eine Behandlung mit Antibiotika sinnvoll.

In einigen Fällen ist es jedoch nicht möglich, die Ursachen zu beheben. Etwa gegen infektionsbedingte Magenschmerzen gibt es kein Medikament. Hier lassen sich nur die Magenschmerzen und Magenkrämpfe selbst als Symptome bekämpfen. Infrage kommen krampflösende (spasmolytische) oder entschäumende Mittel gegen Magenschmerzen und Magenkrämpfe.

Außerdem gibt es Medikamente, welche die übermäßige Bildung von Magensäure verhindern oder überschüssige Magensäure binden. Dazu gehören Protonenpumpenhemmer und H2-Rezeptorblocker. Vorsichtig sein sollte man dagegen mit Schmerzmitteln bei Magenschmerzen. Diese Medikamente verursachen mitunter selbst Magenprobleme.

Magenschmerzen − was tun? Hausmittel gegen Magenschmerzen

Was hilft gegen Magenschmerzen? Es gibt viele Hausmittel gegen Magenschmerzen und Magenkrämpfe, die sich vor allem bei Magenbeschwerden durch eine falsche Ernährung oder Stress bewährt haben. Auch eine gereizte Magenschleimhaut können Hausmittel zum Teil beruhigen.

Häufig können bei Magenkrämpfen und Magenschmerzen Hausmittel gegen andere Magen-Darm-Probleme die Beschwerden lindern, zum Beispiel:

Bei Magenschmerzen als Hausmittel bewährt ist zum Beispiel, trockene Lebensmittel wie Brot, Zwieback oder gekochte Kartoffeln zu essen. Diese saugen die überschüssige Magensäure auf. Auch Kräutertees (z.B. Fenchelsamen) können helfen, indem sie den Magen beruhigen und entspannen. Häufig wird auch eine Kamillenrollkur als Hausmittel gegen Magenschmerzen und Magenkrämpfe empfohlen. Dabei trinkt man zwei Tassen Kamillentee auf nüchternen Magen und legt sich anschließend für jeweils ca. zehn Minuten auf den Rücken, auf die rechte und linke Seite und auf den Bauch. Dadurch soll der Kamillentee, der entzündungshemmend und krampflösend wirkt, im gesamten Magen verteilt werden. Ingwer- und Pfefferminztee helfen bei Magenschmerzen und Übelkeit. Bei Magenschmerzen durch Stress ist mitunter ein Tee aus beruhigenden Kräutern wie Melisse hilfreich.

Frau bei Meditation - Entspannung ist bei Magenschmerzen ein gutes Hausmittel
Entspannung ist bei Magenschmerzen ein sinnvolles Hausmittel

Ein wirksames traditionelles Hausmittel gegen Magenschmerzen und Magenkrämpfe ist darüber hinaus Wärme. Eine Wärmflasche oder ein erwärmtes Körnerkissen wirken wohltuend und krampflösend auf den Magen ein.

Was kann man sonst tun bei Magenschmerzen? Viele Hausmittel gegen Magenschmerzen und Magenkrämpfe zielen darauf ab, den Magen-Darm-Trakt zu entspannen. Dabei können auch allgemeine Entspannungsübungen helfen. Hier muss jeder für sich selbst herausfinden, was das Richtige ist. Was den einen entspannt, sorgt bei anderen für zusätzliche Anspannung. Mögliche Entspannungsverfahren sind zum Beispiel Yoga, Autogenes Training, Fantasiereisen, Qi Gong. Bei Magenschmerzen durch Stress kann regelmäßiger Sport ausgleichend wirken.

Was essen bei Magenschmerzen?

Einige Nahrungsmittel können bei empfindlichen Menschen zum Teil schwere Magenschmerzen verursachen. Welche das sind, ist individuell unterschiedlich − jeder muss für sich selbst herausfinden, welche Ernährung ihm guttut und was Probleme macht. Dabei kann ein Ernährungstagebuch helfen, indem man sich genau notiert,

  • was man gegessen hat,
  • wann man die Mahlzeit eingenommen hat,
  • wie viel man verzehrt hat,
  • ob bzw. wann Beschwerden wie Magenschmerzen aufgetreten sind.

Für die Ernährung bei Magenschmerzen gilt: Leichte, fettarme Lebensmittel, die den Magen nicht zusätzlich belasten, sind gut geeignet. Doch welche Speisen belasten den Magen? Als Faustregel gilt: Je kalorienreicher eine Mahlzeit ist, desto mehr Arbeit hat der Magen damit. Besonders kalorienreich sind fettige Speisen − sie liegen im wahrsten Sinne des Wortes schwer im Magen, ihre Verweildauer ist sehr lang. Ebenfalls eine Herausforderung sind große Nahrungsbrocken. Der Speisebrei gelangt erst weiter in den Dünndarm, wenn die Teilchen nur noch ein bis zwei Millimeter klein sind. Wenn Sie gründlich kauen, nehmen Sie dem Magen dadurch einen großen Teil Arbeit ab und entlasten ihn somit.

Bei akuten Magenschmerzen kann es sinnvoll sein, vorübergehend auf feste Lebensmittel zu verzichten. Achten Sie in diesem Fall jedoch darauf, ausreichend zu trinken. Auch flüssige oder pürierte Speisen sind oftmals verträglich und liefern Energie. Geeignet sind zum Beispiel:

  • klare oder fein pürierte Suppen, z.B. Karottensuppe
  • fettarm zubereitetes Kartoffelpüree (ohne Butter)
  • Apfelmus
  • Haferschleim

Was Sie nicht essen sollten bei Magenschmerzen sind Speisen, welche die Produktion von Magensäure fördern. Einige allgemeine Ernährungs- und Verhaltenstipps helfen Magenschmerzen vorzubeugen:

  • Nehmen Sie sich Zeit zum Essen − Hektik und Stress können Magenprobleme begünstigen. Versuchen Sie, Stress generell zu vermeiden und sich aktiv zu entspannen. Dabei helfen spezielle Entspannungsverfahren, z.B. Yoga, Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training.
  • Kauen Sie gut, damit nicht zu große Stücke der Speisen im Magen landen. Das erleichtert die Verdauung und der Magen muss nicht zu viel Magensäure bilden.
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung.
  • Verzichten Sie auf kohlensäurehaltige Getränke und blähende Lebensmittel.
  • Vermeiden Sie zu scharfes und fettes Essen. Dieses fördert die Bildung von Magensäure, welche die Magenschleimhaut reizt.
  • Verzichten Sie auf die „Genussgifte“ Alkohol und Zigaretten, die ebenfalls die Magensäureproduktion fördern.
  • Legen Sie sich nach dem Essen nicht sofort hin. Essen Sie deshalb nicht zu spät zu Abend. Im Liegen läuft die für die Verdauung notwendige Magensäure leichter in die Speiseröhre zurück und kann Sodbrennen und Magenschmerzen verursachen. Lässt sich ein spätes Abendessen nicht vermeiden, ist es oftmals hilfreich, mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen, um das Zurücklaufen der Magensäure zu vermeiden.

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Quellen
Herold, G. Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
Piper, W. Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

Autor: reizdarm.net-Redaktion
Letzte Aktualisierung: 21.06.2017

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Völlegefühl

Was ist ein Völlegefühl?

Nach einer ausreichenden Mahlzeit tritt ein Sättigungsgefühl auf. Je nachdem, wie groß die Portion war, fühlen wir uns richtig „voll“. In der Regel ist dieses Völlegefühl im Magen kein Grund zur Besorgnis.

Gelegentlich kommt aber auch ein übermäßiges Völlegefühl im Oberbauch vor, das sich nicht mit einer Mahlzeit oder deren Größe erklären lässt. Manchmal tritt es sogar vollkommen unabhängig von dem Essen auf. Ist dies über einen längeren Zeitraum der Fall, kann ein gesundheitliches Problem dahinter stecken. Beispielsweise leiden Reizdarm-Patienten auch häufig unter Völlegefühl. In diesem Fall kann eine Therapie mit weltweit einzigartigen Bifidobakterien (nur in Kijimea Reizdarm ) Reizdarm-Symptome signifikant lindern.

Häufig sind es Störungen oder Erkrankungen der Verdauungsorgane, die für ein ständiges Völlegefühl verantwortlich sind. Bei anhaltenden Beschwerden und wenn gleichzeitig weitere Symptome wie ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust oder Veränderungen des Stuhls auftreten, sollten Betroffene deshalb einen Arzt aufsuchen, der die Ursachen abklärt.
Wie Blähungen oder ein Blähbauch, entsteht ein Völlegefühl häufig dann, wenn sich zu viel Gas im Verdauungstrakt befindet. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn Luft geschluckt wird oder schwer verdauliche Lebensmittel „verarbeitet“ werden müssen. Sammelt sich das Gas im Bauchraum an, kann es auf den Magen drücken und ein Völlegefühl verursachen.

Völlegefühl − Ursachen sind häufig Lebens- und Ernährungsstil

Ein Völlegefühl kann viele Ursachen haben. Häufig ist es ein vorübergehendes Anzeichen dafür, dass man zu viel, zu schnell oder zu fettig gegessen hat. Tritt ein über das normale Sättigungsgefühl hinausgehendes Völlegefühl nach dem Essen auf, ist dies in vielen Fällen kein Grund zur Besorgnis, sondern ein Hinweis, beim nächsten Mal etwas kürzer zu treten.

Ein Völlegefühl nach dem Essen kann darüber hinaus zu Beginn bei einer sehr ballaststoffreichen Ernährung auftreten, bis sich der Verdauungstrakt auf die „Mehrarbeit“ eingestellt hat. Deshalb ist es wichtig, den Darm langsam an Ballaststoffe zu gewöhnen und gleichzeitig ausreichend zu trinken.

Mitunter sind auch zu wenig Bewegung oder Stress für die Beschwerden verantwortlich. Bei Frauen gehören zyklusbedingte Hormonveränderungen bei einem Völlegefühl zu den möglichen Ursachen, zum Beispiel im Rahmen des Prämenstruellen Syndroms (PMS). Während einer Schwangerschaft können die Hormone ebenfalls für Völlegefühl, Übelkeit und weitere Verdauungsprobleme (Dyspepsie) sorgen.

Gelegentlich sind verschluckte unverdauliche Materialien, die sich im Magen zu einem Magenstein (Bezoar) zusammenklumpen, für das Völlegefühl verantwortlich. Das können zum Beispiel Haarballen, verklebte Tabletten oder unzureichend gekaute pflanzliche Fasern sein. Gelangt ein Bezoar aus dem Magen in den Darm, kann er zu einem Darmverschluss (Ileus) führen.

Zum Teil stecken jedoch gesundheitliche Probleme hinter einem Völlegefühl. Zu den möglichen Ursachen gehören unter anderem:

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                                • Reizdarm
                                • Reizmagen
                                • akute Magen-Darm-Infektionen
                                • Lebensmittelunverträglichkeiten, z.B. Laktoseintoleranz, Fructoseintoleranz
                                • Pilzinfektion des Darms
                                • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)
                                • Refluxerkrankung
                                • Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori
                                • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
                                • Aussackungen (Divertikel) des Magens
                                • Funktionsstörungen der Speiseröhre
                                • Zwerchfellbruch, bei dem sich Teile des Magens nach oben verlagern können
                                • Magenlähmung (Gastroparese), z.B. bei einer Nervenschädigung als Spätkomplikation eines Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“)
  • Verengung des Magenausgangs (Stenose)
  • Magengeschwür (Ulcus ventriculi)
  • Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)
  • Gallensteine (Cholelithiasis)
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Leberzirrhose (Vernarbung der Leber)
  • gutartige Neubildungen der Leber, z.B. Leberadenom, Leberzyste
  • Ansammlung von Wasser im Bauchraum (Bauchwassersucht, Aszites)
  • Krebserkrankungen, z.B. Magenkrebs, Darmkrebs, Leberkrebs

Darüber hinaus gehören Medikamente zu den möglichen Völlegefühl-Ursachen, zum Beispiel Antibiotika oder sogenannte Anionenaustauscher, die Ärzte zur Senkung des Cholesterinspiegels verschreiben können. Medikamente, welche die Magenentleerung verzögern, sind ebenfalls denkbare Ursachen. Dazu gehören zum Beispiel die sogenannten Alpha-Glukosidase-Hemmer, die mitunter in der Diabetes-Therapie eingesetzt werden. Auch nach Magenoperationen tritt oftmals ein Völlegefühl auf. Bei einigen Krebsbehandlungen, zum Beispiel einer Chemotherapie, ist ein ständiges Völlegefühl eine häufige Nebenwirkung.

Völlegefühl und weitere Symptome

Frau mit Völlegefühl
Neben dem Völlegefühl treten häufig weitere Symptome wie Magenschmerzen, Aufstoßen oder veränderte Stuhlgewohnheiten auf

Ein Völlegefühl ist oft ein Anzeichen einer Verdauungsstörung (Dyspepsie). Dementsprechend treten neben dem Völlegefühl häufig weitere Symptome auf, zum Beispiel:

  • Druckgefühl im Oberbauch
  • Schmerzen im Oberbauch, Magenschmerzen
  • Bauchkrämpfe
  • Appetitlosigkeit
  • früh einsetzendes Sättigungsgefühl
  • unangenehmer Geschmack im Mund
  • Aufstoßen
  • Sodbrennen
  • Übelkeit mit oder ohne Erbrechen
  • Blähbauch, v.a. aufgeblähter Oberbauch
  • Blähungen
  • Veränderungen im Stuhlgang, z.B. Durchfall, Verstopfung
  • unbeabsichtigter Gewichtsverlust
  • Fieber
  • Kreislaufbeschwerden

Bei einigen Erkrankungen, die mit einem Völlegefühl einhergehen, treten außerdem unspezifische Symptome wie Müdigkeit, allgemeine Abgeschlagenheit, Blässe oder Muskelbeschwerden auftreten.

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Bei anhaltendem Völlegefühl ist die Diagnose der Ursachen wichtig

Dass hin und wieder ein Völlegefühl auftritt, ist normal. Wer jedoch anhaltend darunter leidet oder wenn dauerhaft weitere Symptome wie Sodbrennen, ein starker Gewichtsverlust oder Durchfall auftreten, sollte ein Arzt den Ursachen auf den Grund gehen. Dies ist wichtig, um schwerwiegende Probleme wie einen Darmverschluss nicht zu übersehen. Steht die dem Völlegefühl zugrunde liegende Diagnose fest, kann der Arzt bei Bedarf die angemessene Behandlung einleiten. An erster Stelle steht in der Regel der Gang zum Hausarzt. Je nach vermuteter Ursache überweist dieser gegebenenfalls an einen Facharzt, zum Beispiel einen Gastroenterologen.

Einen wichtigen Hinweis auf die Ursachen des Völlegefühls geben die gleichzeitig auftretenden Symptome sowie der Zeitpunkt, zu dem diese einsetzen. Ein starkes Völlegefühl nach dem Essen mit gleichzeitigen Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen oder Durchfall, ist häufig ein Hinweis auf eine Lebensmittelunverträglichkeit − zum Beispiel eine Unverträglichkeit von Fruchtzucker oder Milchzucker. Um bei einem Völlegefühl die Diagnose zu stellen, stellt der Arzt deshalb zunächst einige Fragen zu den genauen Beschwerden und den Ernährungsgewohnheiten, unter anderem:

  • Seit wann tritt das Völlegefühl auf?
  • Gibt es bestimmte Situationen, in denen die Beschwerden auftreten, z.B. Völlegefühl nach dem Essen, oder ist es unabhängig von den Mahlzeiten?
  • Leiden Sie unter weiteren Symptomen wie mangelndem Appetit, einem aufgeblähten Bauch oder Übelkeit?
  • Haben Sie Veränderungen beim Stuhlgang festgestellt, z.B. Durchfall, Verstopfung?
  • Haben Sie in letzter Zeit unbeabsichtigt Gewicht verloren?
  • Waren Sie in den vergangenen Wochen im Ausland und wenn ja, wo?
  • Wurden bei Ihnen bereits Erkrankungen der Verdauungsorgane festgestellt oder haben Sie einen Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“)?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?
  • Fühlen Sie sich häufig gestresst?

Wenn der Arzt die Krankengeschichte (Anamnese) erfragt hat, untersucht er den Patienten. Dabei achtet er darauf, ob der Betroffene blass aussieht und schlapp wirkt. Der Arzt tastet, klopft und hört den Bauch ab. So kann er feststellen, ob sich zu viel Gas im Bauch befindet, das für das Völlegefühl verantwortlich sein kann.

Um bei einem Völlegefühl die genaue Diagnose stellen zu können, sind häufig zusätzliche Untersuchungen sinnvoll. Je nachdem, welche Ursache der Arzt vermutet, kommen zum Beispiel diese infrage:

Gesunder Lebensstil ist bei Völlegefühl oft die beste Behandlung

Die beste Maßnahme gegen ein Völlegefühl ist, dieses erst gar nicht entstehen zu lassen. Eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise vermeidet ein Völlegefühl durch eine Überlastung des Magens. Dazu gehören zum Beispiel:

Regelmäßige Bewegung und Entspannung können Völlegefühl lindern oder gar nichte erst entstehen zu lassen.

Regelmäßige Bewegung

Eine regelmäßige und ausreichende Bewegung hilft dabei Völlegefühle zu lindern oder gar nichte erst entstehen zu lassen.
Der (weitgehende) Verzicht auf Genussgifte wie Nikotin und Alkohol kann Völlegefühl reduzieren.

Nikotin und Alkohol

Der (weitgehende) Verzicht auf Genussgifte, wie Nikotin und Alkohol, kann Völlegefühle reduzieren bzw. diese vermeiden.
Das Vermeiden von alltäglichem sowie beruflichem Stress hilft ebenfalls dabei, Völlegefühl zu mindern.

Stress

Die Vermeidung von alltäglichem sowie beruflichem Stress hilft ebenfalls dabei Völlegefühle zu mindern.
Außerdem ist es sinnvoll, möglichst selten Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) einzunehmen. Lässt sich dies nicht vermeiden, gibt es Wirkstoffe, die man zusätzlich einnehmen kann, um den Magen vor der Reizung durch die Medikamente zu schützen („Magenschutz“).

Bessern sich die Beschwerden trotz eines magenfreundlichen Lebensstils nicht oder verbirgt sich ein anderer Auslöser hinter dem Völlegefühl, richtet sich die Behandlung nach dieser Ursache. Sind etwa Lebensmittelallergien oder -unverträglichkeiten verantwortlich für die Symptome, reicht es oft bereits aus, die entsprechenden Nahrungsmittel konsequent zu meiden. In den meisten Fällen klingt allein dadurch das Völlegefühl ab, sobald sich der gereizte Magen-Darm-Trakt etwas beruhigt hat.

Bei Erkrankungen des Verdauungstrakts gehören zum Beispiel Medikamente oder eine Operation zu den Behandlungsmöglichkeiten.

Mittel gegen Völlegefühl

Das geeignete Mittel gegen Völlegefühl hängt von der Ursache der Beschwerden ab. Häufig löst ein Reizmagen oder ein Reizdarm das Völlegefühl aus. Bei dem Reizdarmsyndrom gibt es ein Mittel, welches die Symptome effektiv bekämpfen kann. Der spezielle Bifidobakterienstamm B. bifidum MIMBb75 (nur in Kijimea Reizdarm ) setzt an der Reizdarm-Ursache an: Immer mehr Forscher sind der Auffassung, dass eine geschädigte Darmbarriere für die typischen Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen, einen Blähbauch oder auch ein Völlegefühl verantwortlich ist. B. bifidum MIMBb75 lagert sich an der Darmwand an und kann dadurch die Symptome signifikant lindern oder sogar ganz beheben.

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Ebenfalls eine häufige Ursache eines Völlegefühls ist eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis). In diesem Fall sind mitunter Wirkstoffe sinnvoll, welche die Magensäure neutralisieren oder ihre Produktion verringern. Dazu gehören unter anderem:

      • Antazida (Säureblocker)
      • Protonenpumpenhemmer
      • H2-Rezeptor-Blocker

Weitere Mittel gegen Völlegefühl sind zum Beispiel Prokinetika. Das sind Medikamente, welche die Magen- und Darmtätigkeit anregen. Dadurch gelangt der Speisebrei schneller vorwärts. Lebensmittel liegen somit wortwörtlich nicht so schwer im Magen.

Entschäumer sind ebenfalls Medikamente, die bei einem Völlegefühl helfen können. Sie lösen Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt auf und können ein gasbedingtes Völlegefühl beheben.

Völlegefühl − Hausmittel können Beschwerden lindern

Was tun gegen ein Völlegefühl? Ist eine Erkrankung für die Beschwerden verantwortlich, sollte diese behandelt werden. Oftmals ist jedoch unser heutiger Lebensstil mit ungesunder Ernährung, wenig Bewegung und häufigem Stress dafür verantwortlich, dass sich der Bauch unwohl fühlt. In diesem Fall können bei einem Völlegefühl Hausmittel helfen, die den Verdauungstrakt entlasten. An erster Stelle steht hier regelmäßige Bewegung. Diese fördert die Magen-Darm-Tätigkeit. Wenn Sie nach einem „Festmahl“ ein Völlegefühl plagt, kann ein Verdauungsspaziergang daher wahre Wunder wirken.

Weitere empfehlenswerte Völlegefühl-Hausmittel sind zum Beispiel:

  • Magen-Darm-Tee mit Fenchel- und/oder Kümmelsamen
  • frischen Ingwer − roh kauen oder als Tee aufbrühen
  • bitterstoffhaltige Lebensmittel wie Artischocken(saft), Chicoree, Radicchio oder Rucola regen die Fettverdauung an
  • Curcuma (Gelbwurz) fördert ebenfalls die Verdauung von Fett
  • über einen begrenzten Zeitraum leicht verdauliche „Schonkost“, z.B. Hafer-/Reisschleimsuppe, geriebener Apfel/Banane, Weißbrot (z.B. Toast, Zwieback, Baguette)

Bei einem Völlegefühl durch eine vermehrte Gasbildung im Verdauungstrakt können auch die Hausmittel gegen Blähungen in vielen Fällen helfen. Bei Völlegefühl, das durch das Reizdarmsyndrom ausgelöst wird, kann eine einzigartige Therapie mit speziellen Bifidobakterien (nur in Kijimea Reizdarm ) helfen.

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Was essen bei Völlegefühl?

Völlegefühl - Frau isst hastig vor dem Fernseher
Hastiges Essen vor dem Fernseher begünstigt das Völlegefühl

In vielen Fällen haben Betroffene mit einem Völlegefühl keinen Appetit. Dennoch ist es empfehlenswert, auf eine gesunde Ernährung zu achten, um den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen. Grundsätzlich gilt: Erlaubt ist, was keine Beschwerden verursacht. Wenn bei Ihnen Lebensmittelallergien oder -unverträglichkeiten bekannt sind, sollten Sie die entsprechenden Lebensmittel meiden.

Einige allgemeine Verhaltensregeln können die Ernährung bei einem Völlegefühl verträglicher machen oder einem übermäßigen Völlegefühl vorbeugen:

  • Verteilen Sie die Mahlzeiten auf mehrere kleinere statt wenige große Portionen.
  • Kauen Sie gründlich, um die weitere Verdauungsarbeit zu erleichtern.
  • Essen Sie nicht unter Zeitdruck und vermeiden Sie Ablenkung − während des Essens sollten Sie nicht fernsehen oder lesen.
  • Es kann helfen, während der Mahlzeiten nichts bzw. nur wenig zu trinken. Dadurch füllt sich der Magen nicht so schnell und das Völlegefühl tritt verzögert ein. Achten Sie jedoch darauf, außerhalb des Essens ausreichend zu trinken, um einen Flüssigkeitsmangel und dadurch bedingte weitere Verdauungsprobleme (z.B. Verstopfung) zu vermeiden.
  • Wählen Sie kohlensäurefreie oder -arme Getränke.
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel können schwer im Magen liegen und ein Völlegefühl hervorrufen oder verstärken. Wenn Sie mehr Ballaststoffe zu sich nehmen möchten, stellen Sie Ihre Ernährung deshalb langsam um.
  • Blähende Lebensmittel führen durch die vermehrte Gasbildung im Magen-Darm-Trakt ebenfalls oft zu einem Völlegefühl.
  • Wählen Sie fettarme, leicht verdauliche Speisen. Stark gewürzte, fettige oder zuckerreiche Gerichte sind dagegen für die Ernährung bei einem Völlegefühl nicht empfehlenswert.
  • Schwer verdauliche Lebensmittel fördern das Völlegefühl. Dazu zählen z.B. hart gekochte Eier und fette Eierspeisen, Mayonnaise, fette und geräucherte Fleischwaren und Fisch, frisches Brot und sehr grobe Vollkornbrot.
  • Kaffee kann einen empfindlichen Magen reizen und sollte daher nur in Maßen genossen werden.

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Quellen
Gas and gas pains. Online-Informationen der Mayo Foundation for Medical Education and Research (Stand: 02.05.2014)
Hahn J-M. Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2010
Herold G. Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
Koop I (Hrsg.). Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2010
Völlegefühl als Nebenwirkung einer Krebstherapie. Online-Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft (Stand: 06.01.2015)

Autor: reizdarm.net-Redaktion
Letzte Aktualisierung: 14.06.2017

Darmverschluss (Ileus)

Was ist ein Darmverschluss (Ileus)?

Bei einem Darmverschluss (med.: Ileus) ist die Darmpassage unterbrochen – als Darmpassage bezeichnen Mediziner den Weg des Nahrungsbreis durch den Darm. Zu einer Unterbrechung kann es kommen, weil der Darm durch ein Hindernis verschlossen oder weil er gelähmt ist. Dadurch staut sich der Darminhalt auf – Ärzte sprechen von einer Stase (Stillstand). Schwere krampfartige Bauchschmerzen und häufig auch Erbrechen sind die Folge. Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe können auch auf das Reizdarm-Syndrom hindeuten. In diesem Fall können die Symptome mithilfe spezieller Bifidobakterien (nur in Kijimea Reizdarm ) behandelt werden. Beim Darmverschluss hingegen entwickeln Betroffene im weiteren Verlauf eine Reihe von Beschwerden, die Mediziner als akutes Abdomen (akuter Bauch) bezeichnen.

Ein Ileus kann zum Versagen verschiedener lebenswichtiger Organe führen (Multiorganversagen). Der Darmverschluss ist daher eine lebensbedrohliche Notfallsituation, die im Krankenhaus behandelt werden muss. Je früher dieser Zustand behoben wird, desto besser sind die Chancen, wieder gesund zu werden.

Die Vorstufe eines Ileus ist der Subileus. Dabei ist die Darmpassage bereits beeinträchtigt, die Symptome sind aber noch nicht so stark ausgeprägt wie beim Vollbild des Darmverschlusses. Der Übergang von einem Subileus zum Ileus ist jedoch fließend und lässt sich nicht klar abgrenzen.

Der Darmverschluss kann in verschiedene Gruppen eingeteilt werden:

nach dem betroffenen Darmabschnitt:

  • Dünndarmileus
  • Dickdarmileus

nach den Ursachen:

  • mechanischer Ileus: Ein Hindernis verschließt den Darm.
  • paralytischer Ileus: Der Darm ist gelähmt und kann daher den Darminhalt nicht durch die typischen wellenförmigen Darmbewegungen (Peristaltik) voran befördern.
  • spastischer Ileus: Die Darmmuskulatur zieht sich dauerhaft zusammen. Der spastische Darmverschluss ist sehr selten.

nach dem Alter des Betroffenen:

  • Baby bzw. Neugeborenes (Mekoniumileus)
  • Kind
  • Erwachsener

Ein mechanischer und paralytischer Ileus können ineinander übergehen – dies wird als gemischter Ileus bezeichnet. Bleibt ein mechanischer Darmverschluss unbehandelt, entwickelt er sich zu einem paralytischen Ileus mit Darmlähmung. Die Formen, die nicht durch ein mechanisches Hindernis verursacht werden (spastischer und paralytischer Ileus), fassen Mediziner auch unter dem Begriff „funktioneller Darmverschluss“ zusammen.

Viele Darmverschluss-Ursachen möglich

Ein Darmverschluss lässt sich nach seinen Ursachen in den mechanischen Ileus und den funktionellen (v.a. paralytischen) Ileus einteilen. Ein mechanischer Ileus kommt wesentlich häufiger vor, kann jedoch in einen paralytischen übergehen.

Mechanischer Darmverschluss – Ursachen im Darm (intraluminal)

  • Darmtumoren, z.B. Darmkrebs
  • große Gallensteine, die den Darm verlegen
  • Kotsteine
  • Entzündungen der Darmwand, z.B. bei einer Divertikulitis oder bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Wurmerkrankungen
  • Fremdkörper, die sich zu einem Klumpen verknäulen (Trichobezoar), z.B. verschluckte Haare, Plastikteile
  • Einstülpung eines Darmabschnitts in den darauf folgenden (Invagination), besonders häufig stülpt sich der letzte Abschnitt des Dünndarms in den Dickdarm (ileokolische Invagination)
  • Verdrehung des Darms (Volvulus)

Mechanischer Darmverschluss – Ursachen außerhalb des Darms (extraluminal)

Einengung (Obstruktion) oder Abschnürung (Strangulation) des Darms von außen, zum Beispiel durch:

  • Verklebungen oder Verwachsungen im Bauch (= Briden, Bridenileus), die z.B. aus Narbengewebe entstehen
  • Einklemmung des Darms durch einen Bruch (Hernie), z.B. wenn eine Darmschlinge durch einen Leistenbruch rutscht

Ein Bridenileus durch Verklebungen oder Verwachsungen im Bauch tritt besonders häufig nach einer Blinddarmentfernung (Appendektomie) auf – zum Teil erst Jahrzehnte nach der Operation. Ein mechanischer Ileus des Dickdarms entsteht häufig durch eine Obstruktion (Verschluss, Verlegung). Ein Dünndarmverschluss ist oftmals durch eine Strangulation (Abschnürung) bedingt.

Bei Frauen kann auch eine Endometriose einen Darmverschluss verursachen. Dabei wandert Schleimhautgewebe aus der Gebärmutter in den Bauchraum. Lagert sich dieses Gewebe von außen am Darm an, kann es diesen einengen und gegebenenfalls komplett abklemmen.

Paralytischer Ileus – Ursachen vielfältig

Ein paralytischer Darmverschluss entsteht durch eine Darmlähmung. Diese kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:

  • starke Schmerzen, z.B. durch einen Wirbelkörperbruch, Nieren-, Gallenblasen- oder Harnleiterkoliken
  • akute Entzündungen des Darms oder anderer Bauchorgane, z.B. Divertikulitis, Bauchfellentzündung (Peritonitis), Blinddarmentzündung (Appendizitis), Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • starker Kaliummangel (Hypokaliämie), z.B. bei einer schweren Austrocknung (Exsikkose)
  • Schädigung der Darmnerven, z.B. als Spätfolge eines Diabetes mellitus (diabetische intestinale Neuropathie)
  • Anhäufung harnpflichtiger Substanzen im Blut (Urämie), z.B. bei einer Nierenschwäche im Endstadium (terminale Niereninsuffizienz), akutes Nierenversagen
  • Durchblutungsstörungen des Darms (Darmischämie), z.B. durch
    Tasse Kaffee, um Darmverschluss vorzubeugen
    Eine Tasse starker Kaffee, warmes Wasser und Kaugummikauen regen die Darmtätigkeit nach einer Operation an und können dadurch das Risiko für einen Darmverschluss reduzieren

    Verschluss eines Blutgefäßes (Mesenterialinfarkt)

  • Medikamente, z.B. starke Schmerzmittel (Opiate), Psychopharmaka (Neuroleptika) und Medikamente, die die Muskelaktivität beeinflussen (Anticholinergika)

Besonders häufig tritt ein paralytischer Ileus nach einer Darmoperation auf. Deshalb ist es wichtig, nach einer OP die Darmtätigkeit schnell wieder anzuregen, zum Beispiel durch das Trinken von warmem Wasser. In den letzten Jahren konnten Wissenschaftler zeigen, dass auch ein starker Kaffee und Kaugummikauen nach der Operation den Darm wieder in Schwung bringen können. Dadurch reduziert sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein paralytischer Ileus auftritt.

Spastischer Darmverschluss – seltene Ursachen

Ein spastischer Darmverschluss tritt auf, wenn sich die Darmmuskulatur permanent stark zusammenkrampft. Ursachen sind zum Beispiel eine Bleivergiftung oder Stoffwechselstörungen, bei denen die Bildung des roten Blutfarbstoffs gestört ist (Porphyrien). Diese Ursachen kommen heutzutage sehr selten vor. Dementsprechend selten ist ein spastischer Darmverschluss.

Darmverschluss beim Baby – Mekoniumileus

Bei Neugeborenen kann ein Darmverschluss durch das sogenannte Kindspech (Mekonium) auftreten. Das Mekonium ist der erste Stuhl des Kindes, der noch im Mutterleib gebildet wird. Unter bestimmten Voraussetzungen (v.a. bei der angeborenen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose) dickt das Kindspech ein und führt zu einem Darmverschluss beim Baby – Ärzte sprechen dann von einem Mekoniumileus.

Darmverschluss-Symptome vom Verschlussort abhängig

Ein Darmverschluss kann unterschiedliche Symptome verursachen – je nachdem, an welcher Stelle er sitzt.

Die wichtigsten Symptome bei einem mechanischen Darmverschluss sind:

Liegt ein mechanisches Hindernis im Dünndarm (hoher Ileus), verursacht der Darmverschluss Symptome wie frühzeitiges, heftiges Erbrechen von Mageninhalt und Galle. Der Blähbauch ist weniger stark ausgeprägt, Stuhlgang fehlt. Bei einem mechanischen Hindernis im Dickdarm (tiefer Ileus) kommt Erbrechen seltener vor und setzt später ein. Der Betroffene muss gegebenenfalls Kot erbrechen (Miserere, Kopremesis). Der Bauch ist stark aufgebläht.

Ein paralytischer Darmverschluss kann ähnliche Symptome hervorrufen. Meist sind diese jedoch weniger stark ausgeprägt als bei einem mechanischen Ileus. Oftmals treten keine oder kaum Bauchschmerzen auf. Zusätzlich leiden Betroffene gelegentlich unter Schluckauf (Singultus).

Bei einem Darmverschluss strömt Flüssigkeit aus den Zellen in das Darminnere. Dadurch und durch das häufig auftretende Erbrechen gehen Flüssigkeit und Elektrolyte verloren. Eine schwere Austrocknung (Exsikkose) und ein Schock sind mögliche Folgen. Darüber hinaus überdehnt sich der Darm (Megacolon). Die Darmwand wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Sie kann absterben und einreißen. Gelangt Darminhalt in den Bauchraum, kann dies eine lebensbedrohliche Infektion hervorrufen.

Außerdem beeinträchtigt ein Darmverschluss die Darmbarriere. Dadurch können von Bakterien der Darmflora und bakteriell gebildete Giftstoffe (Endotoxine) in den Blutkreislauf gelangen und die Organe schädigen. Normalerweise bildet die Darmbarriere einen Schutzwall gegen Keime und Giftstoffe. Ist sie geschädigt, können Erreger in die Darmwand eindringen und Beschwerden verursachen. Immer mehr Wissenschaftler gehen inzwischen davon aus, dass eine geschädigte Darmbarriere auch an der Entstehung von Darmproblemen wie dem Reizdarmsyndrom beteiligt ist. Menschen mit einem Reizdarm leiden immer wieder unter Durchfall und Verstopfung, die gleichzeitig oder abwechselnd auftreten können. Weitere typische Reizdarm-Beschwerden sind Bauchkrämpfe, Blähungen und ein Blähbauch. Eine signifikante Linderung dieser Beschwerden ist durch eine wirksame Therapie mit speziellen Bifidobakterien (nur in Kijimea Reizdarm ) möglich.

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Darmverschluss – schnelle Diagnose entscheidend

Bei einem Darmverschluss ist eine rasche Diagnose wichtig, da es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall handelt. Der Arzt klärt dazu zunächst einige Fragen, zum Beispiel:

  • Haben Sie Schmerzen? Wenn ja, wo genau und seit wann treten diese auf?
  • Wann war der letzte Stuhlgang?
  • Mussten Sie erbrechen und falls ja, wie sah das Erbrochene aus?
  • Wurde bei Ihnen bereits eine Krankheit festgestellt, bei der ein Darmverschluss auftreten kann, z.B. eine Divertikulitis oder eine chronisch entzündlichen Darmerkrankung?
  • Wurden Sie schon einmal im Bauchraum operiert (z.B. Blinddarmentfernung, Bauchspiegelung)? Kam es in diesem Zusammenhang zu einer verstärkten Narbenbildung oder wurden Verklebungen oder Verwachsungen im Bauch entdeckt?

Bei der körperlichen Untersuchung achtet der Arzt darauf, ob der Bauch aufgebläht ist, ob äußerliche Narben oder Anzeichen eines Bruchs (z.B. Nabel- oder Leistenbruch) vorhanden sind. Außerdem tastet der Arzt den Bauch ab und prüft, ob die Bauchdecke weich ist und sich eindrücken lässt oder ob sie angespannt ist (Abwehrspannung). Anschließend hört er mit dem Stethoskop die Darmgeräusche ab. Durch die normalen Darmbewegungen (Darmperistaltik) entstehen Darmgeräusche. Veränderte Geräusche geben bei einem Darmverschluss einen Hinweis auf die Diagnose:

  • Durchspritzperistaltik: Laute, klingende Darmgeräusche deuten auf einen mechanischen Darmverschluss hin.
  • fehlende Darmgeräusche („Totenstille“): Sind über mehrere Minuten keinerlei Darmgeräusche zu hören, ist die Darmperistaltik vollkommen zum Erliegen gekommen – der Darm ist gelähmt, paralytischer Darmverschluss lautet die Diagnose.

Darauf folgt eine rektale Untersuchung, bei der der Arzt mit dem Finger ertastet, ob der Enddarm verengt (Stenose) oder verstopft ist.

Bildgebende Untersuchungen helfen, bei einem Darmverschluss die Diagnose zu stellen. Sie geben außerdem Aufschluss darüber, ob ein mechanischer oder paralytischer Ileus vorliegt. In vielen Fällen lässt sich auch die Ursache erkennen. Bei einem mechanischen Darmverschluss helfen bildgebende Untersuchungen, den Ort des Verschlusses zu erkennen.

Zu den Standardverfahren gehören eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) und eine Röntgenuntersuchung des Bauchs. Im Ultraschall erkennt der Arzt zum Beispiel freie Flüssigkeit oder Luft im Bauch. Typisch für einen mechanischen Ileus ist außerdem die sogenannte Pendelperistaltik: Dabei wechselt die Richtung der Darmbewegungen pendelartig vor und zurück. Im Röntgenbild zeigen sich aufgeblähte und leiterartig aufgestellte Darmschlingen sowie Flüssigkeitsansammlungen.

Eine Blutuntersuchung mit Blutbild, Gerinnungswerten und Elektrolytstatus gehört ebenfalls zu den notwendigen Untersuchungen.

Darmverschluss-Behandlung auf die Ursache abgestimmt

Bei einem Darmverschluss richtet sich die Behandlung danach, ob ein mechanischer oder ein paralytischer Ileus vorliegt. Je früher die Therapie beginnt, desto besser ist die Prognose. Unbehandelt kann ein Darmverschluss verschiedene lebensbedrohliche Komplikationen hervorrufen, zum Beispiel:

  • mangelhafte Durchblutung der Darmwand, die in der Folge abstirbt
  • Darmdurchbruch (Perforation) mit Entleerung des Darminhalts in die Bauchhöhle
  • Entzündung des Bauchfells (Peritonitis)
  • Schock
  • Ausbreitung von Krankheitserregern aus dem Darm über das Blut – Blutvergiftung

Um den Verdauungstrakt zu entlasten, legt der behandelnde Arzt zunächst eine Magensonde. Darüber kann der aufgetaute Darminhalt abgesaugt werden. So lässt sich vermeiden, dass sich der Darm weiter überdehnt. Darüber hinaus gehört es bei einem Darmverschluss zur Behandlung, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust über Infusionen auszugleichen.

Mechanischer Darmverschluss – schnelle OP nötig

OP bei mechanischem Darmverschluss
Ein mechanischer Ileus wird durch eine Operation behandelt

Ein mechanischer Ileus wird durch eine Operation behoben. Dabei entfernt der Operateur das Hindernis, das den Darm verstopft – zum Beispiel eine Verwachsung bei einem Bridenileus oder einen Tumor. Sind Teile der Darmwand schwer geschädigt oder bereits abgestorben, entfernt der Chirurg diese ebenfalls (Darmresektion).

Manchmal ist es notwendig, vorübergehend einen künstlichen Darmausgang (Stoma) zu schaffen, damit sich der Darm nach dem Ileus erholen kann. Sobald die Verdauung wieder normal arbeitet und sich der Betroffene erholt hat, wird das Stoma in der Regel wieder zurückverlegt.

Paralytischer Darmverschluss – Behandlung der Grunderkrankung

Bei einem paralytischen Ileus steht die Therapie der zugrunde liegenden Erkrankung im Vordergrund. Darüber hinaus gibt es verschiedene Medikamente, welche die Darmbewegungen anregen. Ein paralytischer Darmverschluss, der infolge eines mechanischen Ileus entstanden ist, wird dagegen operativ behandelt. Wenn das ursächliche Hindernis im Darm beseitigt ist, kommt auch die Darmperistaltik wieder in Schwung.

Als Sofortmaßnahme entlastet der behandelnde Arzt bei einem paralytischen Ileus den Darm: Er saugt den Darminhalt ab und verordnet Einläufe – bei Bedarf mehrmals täglich.

Darmverschluss – Medikamente als Therapie oder Unterstützung

Bei einem paralytischen Darmverschluss sind Medikamente ein wichtiger Teil der Behandlung. Liegt ein mechanischer Ileus vor, unterstützen Medikamente in den meisten Fällen die operative Therapie. Um den Verdauungstrakt nicht weiter zu belasten, erhält der Betroffene bei einem Darmverschluss Medikamente meist als Infusion. Je nach individuellem Zustand und der zugrunde liegenden Ursache wählt der behandelnde Arzt die geeigneten Wirkstoffe aus, zum Beispiel:

  • Prokinetika: Medikamente, welche die Darmbewegungen (Darmperistaltik) anregen
  • Spasmolytika: krampflösende Mittel
  • Antibiotika: verhindern, dass Bakterien die geschädigte Darmbarriere überwinden, die Darmwand durchwandern und zu einer Bauchfellentzündung führen (sog. Durchwanderungsperitonitis)
  • Schmerzmittel

Darmverschluss – was tun?

Ein Darmverschluss stellt einen medizinischen Notfall dar. Besteht der Verdacht, dass ein Ileus vorliegt, sollte man deshalb umgehend den Notruf 112 wählen. Die anschließende Behandlung erfolgt im Krankenhaus.

Ein Darmverschluss äußert sich zu Beginn häufig durch einen Symptomkomplex, den Ärzte als akutes Abdomen (akuter Bauch) bezeichnen. Das akute Abdomen äußert sich vor allem durch starke Bauchschmerzen, die den gesamten Bauchbereich betreffen oder örtlich beschränkt sein können. Weitere Anzeichen sind:

  • harte, angespannte Bauchdecke („Abwehrspannung“)
  • gestörte Darmbeweglichkeit (Peristaltik), was zu einem Blähbauch, Übelkeit und Erbrechen führen kann – bei einem Darmverschluss ist auch das Erbrechen von Kot möglich (Miserere, Kopremesis)
  • schlechter Allgemeinzustand
  • Kreislaufstörungen bis hin zum Kreislaufschock

Selbst kann man bei einem Darmverschluss nichts unternehmen. Um schwerwiegende Folgen und Komplikationen zu verhindern, ist es wichtig, sich möglichst schnell behandeln zu lassen, denn: Ein Ileus ist lebensbedrohlich.

Ernährung nach einem Darmverschluss

Besteht der Verdacht auf einen Darmverschluss, darf der Betroffene nichts mehr essen oder trinken. Auch nach einer Operation erhält man zunächst Infusionen, um den Flüssigkeits-, Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Anschließend beginnt ein langsamer Kostaufbau mit leicht verdaulichen, ballaststoffarmen Lebensmitteln. In der ersten Zeit kann es hilfreich sein, die Mahlzeiten zu pürieren.

Frau schreibt Ernährungstagebuch nach Darmverschluss
Um herauszufinden, welche Lebensmittel nach einem Darmverschluss individuell gut verträglich sind und welche nicht, ist es sinnvoll, ein Ernährungstagebuch zu führen

Allgemeine Tipps zur Ernährung nach einem Darmverschluss:

  • Nehmen Sie sich Zeit beim Essen und kauen Sie gründlich.
  • Verteilen Sie Ihre Mahlzeiten auf sechs bis acht Portionen am Tag. Mit kleineren Mengen wird der Darm besser fertig.
  • Vermeiden Sie Lebensmittel, die zu Blähungen führen. Auf welche Lebensmittel der Darm mit einer vermehrten Gasbildung reagiert, ist individuell sehr unterschiedlich. Ein Ernährungstagebuch kann Sie dabei unterstützen herauszufinden, was bei Ihnen Darmprobleme verursacht.
  • Verzichten Sie auf Kerne, Samen und Nüsse. Auch Brot mit ganzen Körnern, faserreiches Obst wie Ananas, Mango oder Orangen und kernhaltiges Obst und Gemüse (z.B. Weintrauben, Wassermelone, Gurke, Tomate) sind nach einem Darmverschluss nicht empfehlenswert.
  • Verzehren Sie Obst und Gemüse ohne Schale (z.B. Apfel, Birne, Gurke, Tomate, Paprika).

Wenn sich der Darm nach einiger Zeit erholt und sich die Verdauung normalisiert hat, kann man nach und nach ausprobieren, dem Verdauungssystem wieder mehr Arbeit zuzumuten.

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Darmverschluss mit der richtigen Ernährung vorbeugen

Damit es gar nicht erst zu einem Darmverschluss kommt, kann man mit einer gesunden Ernährung begrenzt vorbeugen. Das Wichtigste: Achten Sie auf einen regelmäßigen Stuhlgang, vermeiden Sie Verstopfung. Dabei kann eine ballaststoffreiche Ernährung helfen. Während Ballaststoffe nach einem Darmverschluss nicht zu empfehlen sind, leisten sie in der Vorbeugung einen wertvollen Dienst: Sie regulieren die Verdauung und wirken dadurch einer Verstopfung entgegen. Darüber hinaus haben sie viele weitere positive Gesundheitseffekte, sodass sie einen wichtigen Bestandteil einer gesunden Ernährung darstellen. Doch Vorsicht: Wenn Sie sich ballaststoffreich ernähren, sollten Sie zwei Regeln unbedingt beherzigen:

  • Trinken Sie ausreichend! Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, mindestens 1,5 Liter täglich zu trinken – am besten Wasser oder ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee. Bei einer ballaststoffreichen Kost darf es gerne auch etwas mehr sein, denn: Damit die Ballaststoffe aufquellen und ihre positiven Wirkungen entfalten können, benötigen sie ausreichend Flüssigkeit. Andernfalls „verklumpen“ sie im Darm und können sogar fördern, dass ein Darmverschluss entsteht.
  • Wenn Sie Ihre Ernährung durch ein Ballaststoffpräparat wie Flohsamen, Weizen- oder Haferkleie ergänzen, nehmen Sie gleichzeitig keine Medikamente ein, welche die Darmbewegungen hemmen. Diese kommen vor allem bei Durchfall zum Einsatz. Auch in diesem Fall können sich die Ballaststoffe im Darm ansammeln und einen Ileus verursachen.

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Quellen
Arastéh K et al. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2009
Hahn J-M. Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2010
Jauch K-W et al (Hrsg.). Chirurgie Basisweiterbildung. Springer, Berlin 2007
Kaffee verkürzt postoperativen Ileus nach Kolektomie. Online-Informationen des Deutschen Ärzteblatts (Stand: 09.10.2012)
Ernährungsempfehlungen bei Stenosen. Online-Informationen der Klinik für Ernährungsmedizin, Klinikum rechts der Isar, TU München (Stand: 05/2011)
Nach Operation: Kaugummikauen gegen Ileus. Online-Informationen der Pharmazeutischen Zeitung (Stand: 04.02.2015)
Piper W. Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

Autor: reizdarm.net-Redaktion
Letzte Aktualisierung: 14.06.2017

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