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Verstopfung - Überblick
Verstopfung – ein häufiges Phänomen
Für viele Betroffene bedeutet die Verstopfung meist eine regelrechte Qual. Die Verdauung gerät ins Stocken, der seltene Stuhlgang ist oft mit starkem Pressen und Schmerzen verbunden, häufig bleibt nach dem Toilettengang das unangenehme Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können.
Ein Tabuthema. Doch was viele nicht wissen: Man ist mit diesem Problem nicht allein. Im Gegenteil. Schätzungen zufolge haben in Deutschland rund 15 bis 16 Millionen Menschen regelmäßig mit Verstopfung zu kämpfen. Frauen übrigens weitaus häufiger als Männer. Experten führen dies insbesondere auf den Hormonhaushalt als auch auf einen möglicherweise geschwächten Beckenboden durch Geburt und Schwangerschaft zurück.
Doch von „Volkskrankheit“ zu sprechen, wäre nicht ganz richtig. Denn die Verstopfung an sich ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein Symptom für eine zugrundeliegende Störung der Darmtätigkeit. So gilt die Verstopfung mitunter als typisches Hauptsymptom des Reizdarmsyndroms, also einer rein funktionellen Störung. Hier tritt sie häufig in Verbindung mit Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl und in Abwechslung mit Durchfall auf.
Wann spricht man eigentlich von Verstopfung?
Wie oft geht man „normalerweise“ auf die Toilette? Das ist von Mensch von Mensch sehr unterschiedlich. Während bei einigen Menschen die „Sitzung auf dem stillen Örtchen“ drei Mal am Tag dazugehört, ist bei anderen wiederum ein Stuhlgang drei Mal pro Woche üblich.
Wer also nicht jeden Tag seinen Darm entleeren kann, muss nicht unbedingt besorgt sein. Sollten allerdings über eine längere Zeitspanne weniger als drei Stuhlgänge pro Woche möglich sein, sprechen Experten von einer Obstipation, also von einer Verstopfung im eigentlichen Sinne.
Wenn der Darm träge wird
Nur in selteneren Fällen hängt die Verstopfung mit einer gestörten Schließmuskelfunktion zusammen („Outlet Obstruction“). Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn bei Frauen der Beckenboden nach einer Entbindung oder einer Unterleibsoperation geschwächt ist.
In der Regel aber ist Verstopfung die Folge einer gestörten Darmtätigkeit. Der Dickdarm bewegt sich zu langsam, aufgrund dessen verbleibt die Nahrung länger als üblich im Darm. Man spricht auch von einer verzögerten Transitzeit, die übliche Zeit der Darmpassage von bis zu 72 Stunden wird überschritten. Durch Wasserentzug wird der Stuhlgang hart und trocken („Slow Transit Constipation“).
Eine derartig verlangsamte Transitzeit des Speisebreis durch den Darm kann zahlreiche Ursachen haben. Insbesondere ein Mangel an Flüssigkeit, Ballaststoffen und Bewegung werden hier häufig genannt. Darüber hinaus spielt eine aus der Balance geratene Darmflora eine zentrale Rolle. Doch noch viele weitere Faktoren sind hier von Bedeutung.
Verstopfung: Oftmals nur eine vorübergehende Störung
Tritt die Verstopfung nur situativ auf, kann sie zum Beispiel Folge von einer kurzfristigen Umstellung der Ernährung (Diät) aber auch einer langen Flugreise (langes Sitzen) sein. Denn bewegen wir uns nicht, so verlangsamt sich auch die Verdauungstätigkeit. Auch parallel zur Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Eisenpräparate) kann eine Verstopfung als Nebenwirkung auftreten. Darüber hinaus wird vorübergehende Verstopfung häufig bei Säuglingen beobachtet, wenn beispielsweise die Umstellung von Muttermilch auf Flaschenkost erfolgt.
Krankheiten, die Verstopfung auslösen können
Grundsätzlich gibt es auch verschiedene Krankheiten, die mit einer Verstopfung einhergehen können. Tritt beispielsweise eine Verstopfung sehr plötzlich auf, kann beispielsweise eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder auch ein Darmverschluss der Auslöser sein. Hält die Verstopfung länger an bzw. treten beim Stuhlgang vermehrt Schmerzen auf, könnte die Verstopfung auch mit einer Stoffwechselstörung oder mit Hämorrhoiden zusammenhängen. Hier kommen jeweils typische Begleitsymptome hinzu. Sollten Sie also sehr plötzlich oder auch über einen längeren Zeitraum mit Verstopfung zu tun haben, ist ein Arztbesuch sinnvoll, um frühzeitig mögliche Krankheiten als Ursache auszuschließen bzw. zu diagnostizieren und gezielt behandeln zu können.
Besonders Häufig: Verstopfung als Folge des Reizdarmsyndroms
Besonders häufig allerdings werden keinerlei organische Ursachen für eine anhaltende oder immer wiederkehrende Verstopfung gefunden. In diesen Fällen ist die Verstopfung meist ein Symptom des Reizdarmsyndroms.
Für diesen Befund spricht die Tatsache, dass die Verstopfung nicht als alleiniges Symptom auftritt, sondern Blähungen, Bauchkrämpfe, Völlegefühl sowie auch Durchfall (in Abwechslung mit Verstopfung) hinzu kommen können.
Das Reizdarmsyndrom ist an sich eine rein funktionelle Störung – kein organischer Befund bestätigt das Vorliegen einer Krankheit als Auslöser der gegebenen Symptome. Viele Faktoren können die Entstehung eines Reizdarmsyndroms begünstigen. Derzeit untersucht die Wissenschaft unter anderem die Rolle der erblichen Veranlagung, der Konstitution des Nervensystems im Darm als auch die Faktoren Stress, Ernährung und vorangegangene Infektionen.
Wichtig zu wissen: Auch wenn die Lebensqualität durch das Reizdarmsyndrom häufig stark beeinträchtigt wird, ist dieses Syndrom in der Regel nicht gefährlich! Und: Die Symptome des Reizdarmsyndroms lassen sich auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse gezielt und ursächlich behandeln. Hier spielen bestimmte Bifidobakterien eine zentrale Rolle.
Wichtige Ergebnisse aus der Forschung: Die Rolle der Darmflora für die Entstehung des Reizdarmsyndroms
Eine der Hauptursachen für die Entstehung des Reizdarmsydroms und die damit einhergehende Darmträgheit wird heute in einer gestörten Darmflora gesehen. Doch nicht nur eine gestörte Darmflora an sich, sondern im Speziellen der Mangel an bestimmten Bifidobakterien („gute“ Darmbakterien) scheint ursächlich für das Reizdarmsyndrom zu sein. So belegen aktuelle Studien, dass Reizdarm-Patienten einen ausgeprägten Mangel an speziellen Bifidobakterien aufweisen. Gleichzeitig wurde eine Überwucherung der Darmflora mit krankheitserregenden Keimen nachgewiesen.
Probiotika für eine gesunde Darmflora
Die ausreichende Anzahl spezieller, gesundheitsfördernder Bifidobakterien ist Grundvoraussetzung für ein starkes Immunsystem, einen gesunden Darm und nicht zuletzt für eine ungestörte Verdauung. Während man bis vor wenigen Jahren noch wenig über die Zusammensetzung und Bedeutung der Darmflora wusste, brachte die Forschung mittlerweile viele neue und vor allem nützliche Ergebnisse in Bezug auf das Verständnis und die Behandlung des Reizdarmsyndroms. Dies bedeutet auch: Es gibt heute viel bessere Möglichkeiten, das Reizdarmsyndrom ursächlich zu behandeln. Eine wichtige Bedeutung kommt hier bestimmten Probiotika zu. Sie können eine aus der Balance geratene Darmflora gezielt regulieren und so zu einem ausgewogenen Verhältnis von „guten“ und „schlechten“ Darmbakterien beitragen. Insbesondere die Zufuhr besonderer Bifidokulturen zum Ausgleich des nachgewiesenen Mangels der Bifidobakterien bei Reizdarmpatienten spielt dabei eine entscheidende Rolle. Zwei spezielle Bifidobakterienstämme werden in der Wissenschaft derzeit in Bezug auf die Linderung der Reizdarmsymptomatik untersucht, darunter B. bifidum MIMBb75 (Kijimea Reizdarm®), B. lactis DN-173010 (Activia®).
Erfahren Sie hier mehr über die Ursachen von Verstopfung > |
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