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News zum Reizdarmsyndrom




Darmflora im Visier der Forschung

Von A bis Z: Wissenschaftler katalogisieren die Darmbakterien des Menschen



Eine gestörte Darmflora wird heute zunehmend als Ursache für bestimmte Krankheiten wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und auch das Reizdarmsyndrom gesehen. Eine wichtige Hürde für das bessere Verständnis der Darmflora und deren Rolle für unsere Gesundheit wurde jetzt von einem internationalen Forscherteam genommen. Das Team entschlüsselte die häufigsten Bakterienarten und stellte einen Katalog der Darmbakterien zusammen.

Eine intakte Darmflora spielt eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit. Es handelt sich um ein komplexes Zusammenspiel von über 160 Bakterienarten und zahlreichen Mikroorganismen. „Gute“ Darmbakterien (z.B. Bifidobakterien, Lactobazillen) schützen uns vor einer Überzahl an krankheitserregenden Keimen und spielen damit eine wichtige Rolle für unsere Immunabwehr. Gerät die Darmflora z.B. durch die falsche Ernährung, Antibiotika-Einnahme oder auch Stress aus der Balance, hat dies daher auch Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Heute wird insbesondere die Entstehung des Reizdarmsyndroms auf eine gestörte Darmflora zurück geführt.

Einem Team von internationalen Wissenschaftlern um Jun Wang (Beijing Genomics Institute-Shenzen) gelang es jetzt, die Zusammensetzung der Darmflora detaillierter zu beschreiben. Es wurden Stuhlproben von 124 Personen untersucht, darunter sowohl  gesunde Personen als auch Personen mit entzündlichen Darmerkrankungen und Adipositas.

Das Ergebnis:  75 Bakterienarten liegen bei über 50 Prozent der Probanden vor, 57 Arten sogar bei über 90 Prozent der Probanden. Damit steht fest: Einige Bakterienarten bilden sozusagen das Basispaket der Darmflora.

Auch bezüglich des Bakterienerbguts konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. So wurden 3,3 Millionen verschiedene Gene ermittelt, die zu 99 Prozent bakterieller Herkunft sind. Das Besondere: Bei Menschen mit chronischen Darmerkrankungen verringerte sich die Anzahl derartiger Gene um rund 25 Prozent gegenüber gesunden Studienteilnehmern. Die Zusammensetzung der Darmflora ist bei Erkrankungen des Darms verändert.

Dieses Ergebnis belegt erneut den Zusammenhang von intakter Darmflora und unserer Darmgesundheit. Weitere Studienergebnisse zu diesem Thema werden erwartet.

     
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