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Informationen und Hilfe rund um Darm-Probleme und das
Reizdarm-Syndrom (RDS)




 

Medizinisches Glossar - alle wichtigen Begriffe im Überblick


Bifidobakterien


Bifidobakterien sind natürliche „Bewohner“ des menschlichen Darms. Sie zählen zu den sogenannten „guten“ Darmbakterien, die uns vor krankmachenden Keimen (sogenannten „pathogenen“ Keimen) schützen können. Ihnen kommt eine wichtige Rolle für die Abwehr vor Infektionen zu, da sie unter anderem den pH-Wert des Darminhalts absenken können sowie antibakterielle Substanzen und Vitamine bilden können. Eine verminderte Anzahl an bestimmten Bifidobakterien (insbesondere Bifidobakterium bifidum) wird mit der Entstehung eines Reizdarmsyndroms in Verbindung gebracht. Hier hat sich die Zufuhr spezieller Stämme der Bifidobakterien bewährt, die probiotisch wirksam sind und die Balance unserer Darmflora wieder herstellen können.



Bifidobakterium bifidum


Bifidobakterium bifidum ist ein besonderer Stamm der Bifidobakterien. Im Hinblick auf die Ursachenforschung beim Reizdarmsyndrom ist dieser Stamm in den Fokus der Wissenschaft gerückt. Denn aktuelle Studien belegen: Bei Reizdarmpatienten liegt häufig ein ausgeprägter Mangel an diesen speziellen, gesundheitsfördernden Bakterien vor, während es gleichzeitig zu einer Überwucherung mit pathogenen Keimen kommt.
Eine Erkenntnis, die heute eine gezielte, ursächliche Therapie des Reizdarmsyndroms möglich macht. So konnte belegt werden, dass die Zufuhr einer speziellen Unterart von Bifidobakterium bifidum (Bifidobakterium bifidum MIMBb75), die Symptomatik des Reizdarmsyndroms deutlich lindert und die Lebensqualität der Patienten langfristig bessert.

Colitis ulcerosa


Bei der Colitis ulcerosa ist  der Darm chronisch entzündet. In der Regel ist die Schleimhaut des Dickdarms betroffen. Zu den Ursachen werden genetische Faktoren ebenso wie Entzündungen durch Viren und Bakterien, eine gestörte Immunabwehr oder eine bestimmte Ernährung gerechnet. Die Betroffenen leiden unter chronischen, blutig-schleimigen, manchmal auch wässrigen Durchfällen.

Darmbarriere


Die sogenannte Barriereeigenschaft des Darmes verhindert das Eindringen von Antigenen (schädliche und reizende Stoffe aus dem Darmlumen) und verbindet die feinen Zellzwischenräume, die die Darmzellen voneinander trennen (tight junction). „Undichte Stellen“ (also eine gestörte Barrierefunktion) können dazu führen, dass Bakterien, Bakterienbestandteile, Giftstoffe sowie unverdaute Nahrungsbestandteile in die Darmwand eindringen und dort zu Entzündungen führen. Diese Entzündungen reizen dann häufig die Darmnerven wodurch es zu den typischen Bauchschmerzen bei Reizdarm kommen kann.



Darmflora


Eine große Anzahl unterschiedlicher Bakterien sowie Mikroorganismen bildet gemeinsam die sogenannte Darmflora. Eine intakte Darmflora ist für unsere Gesundheit von enormer Bedeutung. Entscheidend ist die ausreichende Anzahl an den sogenannten „guten“ Darmbakterien (z.B. Bifidobakterien oder Lactobazillus). Diese „guten“ Darmbakterien senken unter anderem den pH-Wert im Darm und stellen damit einen wichtigen Schutz vor Infektionen dar, aktivieren die Immunabwehr im Darm, bilden Vitamine und wandeln unverdauliche Zuckerarten in Fettsäuren und Gase um. Gerät die Darmflora aus der Balance, ist das Reizdarmsyndrom die häufige Folge.



Darmmotilität


Der Begriff „Motilität“ steht in der Medizin für „Bewegungsfähigkeit“ und „Beweglichkeit“ im weitesten Sinne. Der Begriff „Darmmotiliät“ umfasst alle Bewegungsvorgänge in Dünn- und Dickdarm, die dazu dienen, den Speisebrei zu mischen und zu transportieren. Die Motilität des Darms wird durch das -> enterale Nervensystem gesteuert und ist unter anderem durch Hormone beeinflusst.

Defensine


Defensine sind kleine Proteine (Eiweiße), die zur Abwehr von mikrobiellen Erregern und  insbesondere zum Schutz vor Bakterien dienen. Sie besitzen eine antibiotikaähnliche Wirkung.

Dyspepsie


Unter Dyspepsie versteht man allgemeine Verdauungsstörungen. Typische Beschwerden sind neben Völlegefühl: Appetitlosigkeit, Blähungen, Übelkeit und Durchfall. Die Störungen können beispielsweise durch Schädigungen der Magen- bzw. Darmschleimhaut, Störungen der Darmmotilität oder durch eine Veränderung der Darmflora verursacht werden.  

Enterales Nervensystem


Das enterale Nervensystem (ENS) – häufig auch als Bauchgehirn oder zweites Gehirn bezeichnet – ist ein komplexes Geflecht aus Nervenzellen, das nahezu den gesamten Magen-Darm-Trakt durchzieht. Das ENS hat einen starken Einfluss auf den Verdauungsprozess und reguliert unter anderem die Darmmotilität, die Blutversorgung des Magen-Darm-Traktes und die Versorgung des Darms mit Mineral- und Nährstoffen.

Funktionelle Störungen


Als „funktionell“ werden alle Störungen bezeichnet, bei denen der Arzt nach eingehender Untersuchung keine organische Krankheit feststellen kann. Die Beschwerden dauern definitionsgemäß länger an als akute Beschwerden. Im Fall von Magen-und Darm-Beschwerden werden diese als „funktionell“ definiert, wenn keine organische Ursache vorliegt und die Beschwerden mindestens drei Monate dauerhaft anhalten oder immer wieder kehren.



Irritable bowel syndrome (IBS)


Irritable bowel syndrome (IBS) ist die englische Fachbezeichnung für das Reizdarmsyndrom (RDS), auch bekannt als Reizkolon, Colon irritable, nervöser Darm oder irritables Darmsyndrom (IDS). Das irritable bowel syndrome (IBS) ist eine Funktionsstörung des Verdauungstrakts mit chronischen Beschwerden wie Völlegefühl, Durchfall und/oder Verstopfung sowie Blähungen.

Lactobazillen


Lactobazillen – auch Milchsäurebakterien genannt – zeichnen sich dadurch aus, dass sie Zucker zu Milchsäure abbauen (Milchsäuregärung). Schon seit langer Zeit werden sie für die Fermentation von Lebensmitteln verwendet (z.B. Jogurt oder Buttermilch). Neben ihrem Vorkommen in fermentierten Lebensmitteln sind Lactobazillen ein wichtiger Bestandteil der natürlichen Mikroflora des Darms. Der Verzehr von spezifischen Lactobazillen kann zum einen zur Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems und zum anderen zu einer Reduktion von Verdauungsstörungen beitragen. Studien allerdings ergaben jetzt, dass insbesondere zwei Untergattungen des Stamms Bifidobakterium bifidum den Lactobazillen im Hinblick auf die Effizienz der Reizdarmbehandlung signifikant überlegen sind.



Malabsorption


Unter einer Malabsorption versteht man eine mangelhafte Resorption (Aufnahme) von Nährstoffen bei intakter Verdauung. Man unterscheidet dabei zwischen einer primären und sekundären Malabsorption. Die primäre Form bezeichnet Störungen der Transportvorgänge in der Dünndarmschleimhaut ohne gewebliche Veränderungen (z.B. Glukose-Galaktose-Malabsorption). Bei der sekundären Form hingegen ist die obere Gewebeschicht des Darms vermindert, z.B. durch gewebliche Veränderungen der Schleimhaut nach Entzündungen (u.a. bei Morbus Chron).

Morbus Crohn


Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung der Darmschleimhaut und der Darmwand, die den gesamten Verdauungstrakt betreffen kann. Besonders häufig ist der letzte Abschnitt des Dünndarms und der Übergangsbereich zwischen Dünn- und Dickdarm befallen. Die Erkrankung verläuft in der Regel schubweise. Immer wieder kommt es zu schleimigen Durchfällen und krampfartigen Bauchschmerzen. Morbus Crohn geht meist mit Gewichtsverlust einher. Bei der Ausschlussdiagnose für das Reizdarmsyndrom wird bei derartigen Symptomen in der Regel auch untersucht, ob möglicherweise die entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn der eigentliche Auslöser der Beschwerden ist.

Motilitätsstörung


Unter einer Motilitätsstörung versteht man im Allgemeinen eine Funktionsstörung der glatten Muskulatur von Hohlorganen (z.B. Magen, Dünn- und Dickdarm), die durch eine Tonusminderung (Erschlaffung) bzw. Tonuserhöhung (erhöhte Spannung) der Muskulatur gekennzeichnet ist. Aufgrund einer gestörten Beweglichkeit des Darms können Beschwerden wie Krämpfe, Blähungen, Durchfall oder auch Verstopfung auftreten.



Probiotika


Probiotika zählen zu den Milchsäurebakterien. Experten schreiben Probiotika einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit zu. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Probiotika. Je nach Bakterienstamm können sie zum Beispiel das Immunsystem unterstützen oder für eine neue Balance unserer Darmflora sorgen. Beim Reizdarmsyndrom hat sich insbesondere ein spezieller Stamm der Bifidobakterien bewährt: Bifidobakterium bifidum. Zwei besondere Unterarten dieses Stamms können die Darmflora regulieren sowie die Darmbarriere stärken – die wichtigsten Voraussetzungen, um die Ursachen des Reizdarmsyndroms in den Griff zu bekommen. 

Reizdarmsyndrom


Beim Reizdarmsyndrom handelt es sich um eine häufige, rein funktionelle Störung, die mit Symptomen wie Bauchkrämpfen, Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung und/ oder Durchfall einhergeht. Es liegt keine organische Ursache vor. Neben genetischen Faktoren, der falschen Ernährung sowie einer gesteigerten Sensibilität des darmeigenen Nervensystems sehen Experten heute insbesondere eine gestörte Darmflora und eine eingeschränkte Funktion der Darmbarriere als ursächlich für das Reizdarmsyndrom an.

Reizmagen


Beim Reizmagen handelt es sich um eine nervöse, funktionelle Magen-Darm-Störung, die mit krampfartigen Magenschmerzen, Völlegefühl, Übelkeit oder auch Sodbrennen einhergehen kann. Es liegen keine organischen Ursachen vor. Experten gehen davon aus, dass dauerhafte seelische Belastungen und Stress die Beschwerden verstärken.

Transitzeit


Unter Transitzeit versteht man die Dauer, die der Stuhl im Darminneren verweilt, bis er ausgeschieden wird. Beträgt diese Verweilzeit mehr als 72 Stunden, spricht man in der Regel von einer verlangsamten Transport- bzw. Transitzeit.

Zöliakie


Die Zöliakie (Sprue) ist eine Intoleranz bzw. Unverträglichkeit gegen das Klebereiweiß Gluten, das in den einheimischen Getreidearten wie Weizen, Roggen, Hafer und Gerste enthalten ist. Gluten verursacht eine fortschreitende Abnahme der Dünndarmzotten und der in ihnen steckenden Verdauungsenzyme. Dadurch werden die Nahrungsbestandteile im Dünndarm nicht mehr ausreichend aufgespalten und in den Körper aufgenommen. Typische Beschwerden sind starke, fetthaltige Durchfälle, die mit Blähungen und Gewichtsverlust einhergehen. Manche dieser Symptome können zwar den Beschwerden beim Reizdarmsyndrom ähneln, gerade aber der Gewichtsverlust tritt beim Reizdarmsyndrom in der Regel nicht auf und könnte ein Indiz für eine mögliche Zöliakie als Grunderkrankung und Auslöser der Symptome sein.
     
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