Darmpolypen

Darmpolypen sind Wucherungen der Schleimhaut, die den Darm auskleidet. Sie kommen bei etwa jedem zehnten Mensch in Deutschland vor – bei den über 60-Jährigen sogar bei jedem fünften. Darmpolypen sind gutartige Veränderungen, jedoch entwickeln sie sich häufig zu einem Darmkrebs weiter. Sie sind die häufigste Darmkrebs-Vorstufe. Deshalb ist es ratsam, sie frühzeitig entfernen zu lassen.

Darmpolypen ragen in das Darminnere hinein und können verschiedene Formen haben, zum Beispiel pilz- oder polsterartig. Sie können einen Stil haben und mit einer breiten Fläche auf der Darmwand sitzen. Auch die Größe ist sehr unterschiedlich und kann von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern reichen. Sehr große Wucherungen der Schleimhaut verursachen eine Verengung des Darminneren (Darmstenose). Je größer der Polyp ist, desto höher ist das Risiko, dass daraus Darmkrebs entsteht. Es können einzelne oder viele Darmpolypen auf einmal wachsen. Besonders häufig kommen sie im Dickdarm vor, etwa jeder dritte im Mastdarm (Rektum).

Häufig verursachen Darmpolypen keinerlei Beschwerden. Je größer die Schleimhautwucherung wird, desto eher treten Symptome auf, zum Beispiel:

Der Arzt stellt Darmpolypen mithilfe einer Darmspiegelung – häufig zufällig, im Rahmen der Darmkrebsvorsorge. Häufig ist es möglich, die Schleimhautwucherung direkt während dieses Eingriffs mit einer Drahtschlinge, die der Arzt über den Arbeitskanal des Endoskops einführt, zu entfernen. Mediziner nennen diesen Eingriff Polypektomie. Entfernte Darmpolypen schickt der Arzt zur feingeweblichen Untersuchung unter dem Mikroskop in ein Labor, um zu klären, ob sich bereits Krebszellen gebildet haben.

Menschen, die schon einmal Darmpolypen hatten, entwickeln mit einer höheren Wahrscheinlichkeit erneut Schleimhautwucherungen im Darm. Deshalb raten Ärzte zu regelmäßigen Darmspiegelungen zur Kontrolle.