Durchfall (Diarrhoe, Diarrhö)

Frau mit Durchfall vor Toilette

Was ist Durchfall?

Es gibt kaum einen Menschen, der nicht schon einmal in seinem Leben Durchfall hatte. Die Ursachen sind so vielfältig, dass praktisch jeder irgendwann davon betroffen ist. Starker Durchfall gehört daher auch zu den häufigsten Gründen, aus denen Menschen einen Hausarzt aufsuchen. Durchfall bei Kindern ist besonders häufig: Kinder unter fünf Jahren leiden durchschnittlich etwa dreimal pro Jahr darunter. Auch ältere Menschen, die in Gemeinschaftseinrichtungen wie Seniorenheimen leben, erkranken oft.

Mediziner bezeichnen Durchfall als Diarrhoe (auch Diarrhö geschrieben) und unterscheiden drei Formen:

  • chronischer Durchfall: Bestehen die Probleme länger als 14 Tage oder schubweise immer wieder, sprechen Ärzte von chronischer Diarrhoe. Wenn jemand dauerhaft immer wieder Durchfall hat, spricht dies für ein grundlegendes Gesundheitsproblem, zum Beispiel einen Reizdarm. In einer groß angelegten Studie konnten einzigartige Bifidobakterien (nur in Kijimea Reizdarm  ) Reizdarm-Symptome wie Durchfall signifikant lindern. Als weitere Ursachen für chronischen Durchfall kommen u.a. Zöliakie, Morbus CrohnColitis ulcerosa oder Lebensmittelunverträglichkeiten (z.B. Laktoseintoleranz) in Betracht.
  • akuter Durchfall: Die Beschwerden treten plötzlich auf und dauern max. 14 Tage an. Auslöser sind häufig akute Magen-Darm-Infektionen. Diese sind zwar unangenehm, klingen jedoch meist innerhalb weniger Tage wieder ab.
  • Dysenterie (auch Ruhr genannt): Blutiger Durchfall ist meist ein Zeichen für Schädigungen des Darms – z.B. durch Entzündungen.

Weltweit gibt es jährlich etwa 1,7 Milliarden akute Durchfallerkrankungen. In Deutschland tritt akuter Durchfall im Herbst und Winter besonders häufig auf. In der Regel verlaufen akute Durchfallerkrankungen hierzulande milde und heilen häufig ohne eine medikamentöse Behandlung von selbst aus. Bleibende Gesundheitsschäden sind äußerst selten.

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Anders ist dies bei chronischer Diarrhoe. Da diese häufig auf eine chronische Darmerkrankung zurückgeht, kann sie das ganze Jahr über vorkommen. Tritt ständig Durchfall auf, gehen permanent Flüssigkeit, Elektrolyte und andere Nährstoffe verloren. Daher leiden viele Betroffene unter Untergewicht, Mangelerscheinungen und damit verbundenen Komplikationen – deshalb ist es wichtig, schnell die Ursache zu finden und zu behandeln. Gerade bei Kindern ist das besonders wichtig, da chronischer Durchfall bei Kindern Entwicklungsverzögerungen hervorrufen kann. Durchfall bei einem Baby oder Kleinkind ist deshalb immer ernstzunehmen.

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Chronische und akute Durchfall-Ursachen

Die Durchfall-Ursachen sind extrem vielfältig. Auch hier macht es Sinn, nach den Auslösern von akuter und chronischer Diarrhoe zu unterscheiden.

Chronische Durchfall-Ursachen – oft Darmerkrankungen

Im Gegensatz zu akutem Durchfall sind die Ursachen von chronischer Diarrhoe nicht ansteckend. Eine Ausnahme sind Betroffene mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel Patienten mit Krebs oder einer HIV-Infektion. Bei diesen Erkrankungen verlaufen auch infektiös bedingte Durchfallerkrankungen mitunter chronisch, weil sich der Körper nicht ausreichend gegen die krankmachenden „Eindringlinge“ wehren kann.

Frau mit Durchfall sitzt auf Bett und hält sich den Bauch
Reizdarm ist eine mögliche Ursache von chronischem Durchfall

Eine häufige Ursache von chronischer Diarrhoe ist ein Reizdarm (Reizdarmsyndrom, kurz: RDS). Dabei können neben dem Durchfall weitere Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe sowie ein Blähbauch auftreten. Die Ursachen des Reizdarms sind noch nicht vollständig geklärt. Immer mehr Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass eine geschädigte Darmbarriere die Hauptursache darstellt. Wirksame Hilfe verschafft der weltweit einzigartige Bifidobakterienstamm B. bifidum MIMBb75 (nur in Kijimea Reizdarm ). Er bekämpft Reizdarm-Symptome wie Durchfall ursächlich, indem er sich an die geschädigte Darmwand anheftet und somit verhindert, dass Erreger eindringen und den Darm reizen können.

Zu den weiteren möglichen chronischen Durchfall-Ursachen zählen:

  • bakterielle Fehlbesiedelung des Darms
  • Lebensmittelunverträglichkeiten, z.B. Laktoseintoleranz, Fructoseintoleranz
  • Divertikel im Darm (Divertikulose), Entzündung der Divertikel (Divertikulitis)
  • chronischer Alkoholmissbrauch
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen, z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
  • Störungen der Darmbeweglichkeit (Motilitätsstörungen), z.B. den Darm betreffende Muskel- und Nervenerkrankungen
  • Kurzdarmsyndrom, z.B. wenn Teile des Darms entfernt wurden
  • Darmversagen
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Diabetes mellitus
  • chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Mukoviszidose (zystische Fibrose) – eine angeborene Stoffwechselkrankheit
  • Darmkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Darmentzündung durch Strahlenbehandlungen (Strahlenenteritis)

Akute Durchfall-Ursachen – meist sind es Viren

Ursachen von akutem Durchfall sind in den meisten Fällen Magen-Darm-Infektionen. Es gibt eine große Vielfalt an Erregern – Viren, Bakterien, Protozoen (einzellige Lebewesen) oder Darmparasiten kommen als Durchfall-Ursachen infrage. Infektiöse Diarrhoe ist hochansteckend – er kann sich rasch weiterverbreiten:

  • von Mensch zu Mensch durch mangelnde Hygiene
  • über verunreinigte Lebensmittel
  • durch verunreinigtes Wasser beim Trinken, Kochen und Putzen

Virus-Infektionen sind weltweit die wichtigsten Durchfall-Ursachen, zum Beispiel:

  • Norovirus-Infektion: häufigster Auslöser der Magen-Darm-Grippe in allen Altersgruppen
  • Rotaviren-Infektion: verursacht oft besonders schwere Krankheitsverläufe mit einer starken Austrocknung (Dehydration) der Betroffenen
  • Adenoviren-Infektion: rufen meistens Atemwegsprobleme hervor, gehören aber auch zu den möglichen Ursachen von Durchfall

Bakterien, die bei einer Infektion zu den häufigen Durchfall-Ursachen zählen, sind:

  • verschiedene Bakterienstämme von Escherichia coli (kurz: E. coli): u.a. Verursacher der Reise-Diarrhö und schwerer blutiger Durchfälle (Dysenterie)
  • Campylobacter: verursacht meist wässrigen, gelegentlich auch blutigen Durchfall
  • verschiedene Shigellen-Stämme: führen zu leichten Erkrankungen bis hin zu schwersten, teils blutigen Durchfällen; Shigellen rufen im Vergleich zu anderen Durchfallerkrankungen besonders häufig einen lebensbedrohlichen Elektrolytmangel hervor (v.a. Unterzuckerung)
  • Vibrionen: Verursacher der Cholera, die mit wässrigem, farblosem, teils schleimigem Durchfall einhergeht (sog. „Reiswasser-Durchfall“, weil das Aussehen dem Kochwasser von Reis ähnelt)
  • Salmonellen: u.a. Erreger der Salmonellose mit wässrigem, selten blutigem Durchfall

Einige der infektiösen Durchfall-Ursachen sind meldepflichtig. Das Infektionsschutzgesetz schreibt vor, dass der Arzt oder das nachweisende Labor Erkrankungsfälle bzw. den Nachweis eines Erregers melden müssen. Bei manchen Krankheitserregern sind auch der Verdacht oder Todesfälle meldepflichtig. In Deutschland ist die zuständige Stelle das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Dieses Leitinstitut des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sammelt die Meldungen und gibt sie gegebenenfalls an die örtlichen Gesundheitsämter weiter. Das RKI hat die Aufgabe, das Auftreten von übertragbaren Erkrankungen zu überwachen.

Zu den Durchfall-Erregern, die laut Infektionsschutzgesetz bundesweit an das Robert Koch-Institut gemeldet werden müssen, zählen unter anderem:

  • Salmonellen
  • Cholera-Vibrionen
  • Campylobacter
  • Norovirus
  • Rotaviren

Auch einzellige und mehrzellige Darmparasiten können zu einer Diarrhoe führen. Die einzelligen Lebewesen heißen in der Zoologie Protozoen. Dazu gehören zum Beispiel Amöben oder Giardien. Weitere Darmparasiten, die Durchfall hervorrufen, sind Würmer, zum Beispiel der Bandwurm. Darmparasiten sind in Deutschland und anderen Industrienationen jedoch nur untergeordnete Durchfall-Ursachen. Erkrankt hierzulande jemand an parasitär verursachter Diarrhoe, handelt es sich meist um Reisende in Entwicklungsländer.

Medikamente und weitere akute Durchfall-Ursachen

Auch Medikamente gehören zu den Durchfall-Ursachen. Nach einer Antibiotika-Einnahme leiden besonders viele Betroffene unter Durchfall, weil Antibiotika die Darmflora schwächen. Dadurch können sich vermehrt krankmachende Keime ansiedeln, zum Beispiel das Bakterium Clostridium difficile, das zu den häufigsten Ursachen der Antibiotika-assoziierten Diarrhoe zählt – kurz: AAD.

Die Liste mit Medikamenten, bei denen Durchfall als Nebenwirkung auftreten kann, ist lang. Dazu gehören unter anderem:

  • Abführmittel gegen Verstopfung in zu hoher Dosierung
  • Acetylsalicylsäure (ASS) gegen Schmerzen, z.B. Kopfschmerzen
  • H2-Blocker gegen Sodbrennen
  • Metformin zur Senkung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes mellitus
  • Thyroxin gegen Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) in zu hoher Dosierung
  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) gegen Depressionen und Angstzustände
  • ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck (Hypertonie)
  • bestimmte Herzmedikamente (Digitalis)
  • Krebsmedikamente (Chemotherapeutika)

Tritt Durchfall als Medikamenten-Nebenwirkung auf, sollten sich Betroffene an ihren Arzt wenden. Je nachdem, wo das Arzneimittel seine Wirkung entfaltet, kann die beschleunigte Darmpassage die Wirksamkeit vermindern. Eine geringere Dosis kann oft helfen, Nebenwirkungen zu regulieren. Bleibt die Diarrhoe weiterhin bestehen, kann der Arzt evtl. ein alternatives Medikament verschreiben.

Nicht immer sind Erkrankungen oder Medikamente für den Durchfall verantwortlich. Ursachen können auch Stress und Ängste oder Koffein in Kaffee, Tee oder koffeinhaltigen Limonaden sein. Darüber hinaus kann der übermäßige Verzehr von Lebensmitteln mit Süßstoffen oder Zuckeraustauschstoffen Diarrhoe verursachen. Lebensmittelvergiftungen, zum Beispiel eine Fischvergiftung, können ebenfalls mit schweren Durchfällen einhergehen.

Einige Frauen leiden auch an Durchfall in der Schwangerschaft. Ursachen sind hier die hormonelle Umstellung sowie psychische Faktoren. Auch die Ernährung kann bei Durchfall in der Schwangerschaft eine Rolle spielen. In der Regel sind diese Probleme harmlos und geben sich nach kurzer Zeit wieder. Tritt schwerer Durchfall in der Schwangerschaft auf – zum Beispiel infolge einer Magen-Darm-Infektion – sollte der Weg in jedem Fall zum Arzt führen, da der Flüssigkeitsmangel für die werdende Mutter und das ungeborene Kind kritisch werden kann.

Durchfall und andere Symptome von Darm-Erkrankungen

Durchfall ist eines der Symptome, die bei Magen-Darm-Erkrankungen auftreten können. Weicher Stuhlgang allein ist jedoch noch keine Diarrhoe. Wirklicher Durchfall äußert sich durch breiigen bis flüssigen Stuhl, der deutlich häufiger auftritt als normal. Betroffene haben mitunter Probleme, den Stuhlgang zu kontrollieren – besonders bei extrem flüssigem Durchfall wie Wasser. Bei schwerer Diarrhoe verlieren die Erkrankten viel Wasser und Elektrolyte – im schlimmsten Fall kann das sogar zum Tode führen.

Wie eine Durchfallerkrankung verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab, besonders wichtig sind:

  • die Aggressivität (Virulenz) des Erregers und
  • der Ernährungs- und Immunstatus des Erkrankten.

Durchfall lässt sich anhand der Symptome in wässrigen und blutigen Durchfall unterteilen. Wässriger Durchfall kommt weitaus häufiger vor als Durchfall mit Blut, der auch als Dysenterie bezeichnet wird.

Je nach Ursache der Beschwerden können neben Durchfall weitere Symptome auftreten, zum Beispiel:

Manchmal ist es möglich, bei Durchfall anhand der Symptome auf die Ursachen zu schließen. Schleimiger Durchfall ist eines der Symptome, die unter anderem bei einem Reizdarm oder einer Colitis ulcerosa auftreten können. Reizdarm ist ein wahres Volksleiden – etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Ein einzigartiger Bifidobakterienstamm (B. bifidum MIMBb75, nur in Kijimea Reizdarm  ) konnte in wissenschaftlichen Untersuchungen Reizdarm-Symptome wie Durchfall deutlich reduzieren.

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Schleimiger Durchfall kann auch ein Zeichen für eine erhöhte Fettausscheidung sein – diese sogenannten Fettstühle (med.: Steatorrhö) – kommen bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und der Leber vor. Trüb-farbloser Durchfall wie Wasser, der an Reiswasser erinnert, ist dagegen charakteristisch für Cholera. Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Essen sind dagegen mögliche Anzeichen einer Lebensmittelunverträglichkeit wie einer Laktose- oder Fructoseintoleranz.

Abhängig davon, welche Grunderkrankung den Durchfall hervorruft, können auch Symptome außerhalb des Magen-Darm-Trakts auftreten, zum Beispiel:

  • Fieber
  • Kreislaufschwäche
  • Juckreiz
  • Hautausschläge
  • Gelbfärbung der Haut

Je nach Krankheitsursache, kann starker Durchfall zu schwerwiegenden Verläufen und Komplikationen führen. Neben dem Durchfall treten dann Symptome auf, wie:

  • starker Flüssigkeitsmangel (Dehydration) bis hin zur Austrocknung (Exsikkose)
  • niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Entzündung des Dickdarms
  • Entzündung des Bauchfells (Peritoneum), wenn Bakterien aus dem Darm in das den Bauchraum auskleidende Bauchfell „auswandern“ (Durchwanderungsperitonitis)
  • Abnahme bis hin zum völligen Erliegen der Urinproduktion infolge eines Nierenversagens
  • Herzrhythmusstörungen
  • Blutvergiftung (Sepsis), wenn sich die Bakterien über die Blutbahn im ganzen Körper verteilen

Eine schwere Komplikation bei einer Infektion mit bestimmten E. coli-Bakterien – den enterohämorrhagischen Escherichia coli-Bakterien, kurz EHEC – ist das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Blutiger Durchfall (Dysenterie) und weitere Symptome treten dabei auf, zum Beispiel:

  • Blutarmut infolge einer Zerstörung der roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie)
  • Blutergüsse (Hämatome) und Punktblutungen der Haut (Petechien) infolge von Blutgerinnungsstörungen durch einen Mangel an Blutplättchen (Thrombopenie)
  • akutes Nierenversagen
  • Krampfanfälle, Koordinationsstörungen und Lähmungserscheinungen infolge von Störungen des zentralen Nervensystems
  • Koma

Das hämolytisch-urämische Syndrom führt mitunter zu schwerwiegenden bleibenden Schäden wie einer eingeschränkten Nierenfunktion (Niereninsuffizienz), die bei ca. jedem fünften Betroffenen auftritt. Etwa 4 von 100 Erkrankten mit HUS versterben daran.

Zur Durchfall-Diagnose reicht oft ein Gespräch

Bei Durchfall geht es darum, die Diagnose der ursächlichen Grunderkrankung zu stellen. Doch zu Beginn steht die Frage, ob es sich bei den Beschwerden überhaupt um eine Diarrhoe handelt, denn: Nicht jeder breiige oder flüssige Stuhl ist gleich Durchfall.

Ab wann spricht man von Durchfall? Bei Erwachsenen liegt eine Diarrhoe vor, wenn

  • 3 ungeformte Stühle – also breiige oder flüssige – innerhalb von 24 Stunden auftreten oder
  • mehr als drei Viertel des Stuhls Wasser ist oder
  • das Stuhlgewicht 250 g beträgt.

Bei Säuglingen ist es schwieriger zu definieren, ab wann sie unter Durchfall leiden – die Verdauung und damit das Stuhlverhalten sind hier noch nicht so eingespielt wie bei älteren Kindern und Erwachsenen. Als Richtlinie gilt: Normal ist, wenn das Kind zwischen fünfmal täglich und einmal in fünf Tagen Stuhlgang hat. Durchfall beim Baby ist gekennzeichnet durch mehr als fünf ungeformte Stühle pro Tag. Ab dem Kleinkindalter gilt die Grenze von drei ungeformten Stühlen.

Um die dem Durchfall zugrunde liegende Diagnose zu stellen, erfragt der Arzt zunächst die Krankengeschichte (Anamnese). Dabei interessiert unter anderem…

  • …seit wann die Beschwerden bestehen.
  • …welche Symptome neben dem Durchfall noch auftreten.
  • …ob verdorbene oder unverträgliche Lebensmittel für den Durchfall verantwortlich sein könnten.
  • …ob dem Durchfall sichtbares Blut beigemischt ist.
  • …wie der Durchfall genau aussieht (flüssig, schleimig, reiswasserartig etc.).
  • …welche Medikamente der Betroffene aktuell und in letzter Zeit eingenommen hat.
  • …ob sich der Erkrankte in der letzten Zeit im Ausland befunden hat.

Bei der körperlichen Untersuchung hört der Arzt das Herz ab und misst

Arzt fühlt den Puls einer Frau – bei Durchfall sind meist nicht viele Untersuchungen nötig
Bei Durchfall sind meist nicht viele Untersuchungen nötig – der Arzt fühlt u.a. den Puls
  • den Puls,
  • die Körpertemperatur und
  • den Blutdruck.

Außerdem achtet er auf Zeichen, die auf einen Flüssigkeitsmangel durch den Durchfall hindeuten. Zu dieser Diagnose führen folgende Hinweise:

  • Abgeschlagenheit
  • eingesunkene Augen
  • trockene, helle Schleimhäute – z.B. im Mund oder an den Augen
  • Durst – bei starker Dehydration sind Betroffene nicht mehr in der Lage zu trinken
  • schwacher Puls
  • verminderte Hautspannung – mit Daumen und Zeigefinger gebildete Hautfalten bleiben stehen

Bei akutem Durchfall ist meist kein weiterer Test notwendig, um die genaue Ursache herauszufinden, da die Beschwerden in der Regel nach kurzer Zeit von selbst aufhören und nur die Symptome behandelt werden – oft ist es sogar so, dass sich die Beschwerden bereits gebessert haben, bis die Ergebnisse eine Stuhluntersuchung vorlägen.

Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen es sinnvoll ist, den Durchfall-Erreger zu ermitteln. Zur Diagnose sind dann Blut- und Stuhluntersuchungen notwendig. Zu diesen Ausnahmen gehören zum Beispiel Betroffene, die…:

  • …eine geschwächte Immunabwehr
  • …in den vergangenen 3 Monaten Antibiotika eingenommen haben.
  • …mit Lebensmitteln arbeiten, z.B. in verarbeitenden Betrieben oder Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung.
  • …unter blutigem Durchfall
  • …so schweren Durchfall haben, dass sie in einem Krankenhaus behandelt werden müssen.
  • …sich im Krankenhaus mit einem Durchfall-Erreger angesteckt haben – Ärzte sprechen dann von einer nosokomialen Diarrhoe.

Bei chronischem Durchfall sind für eine sichere Diagnose meist weitere Untersuchungen notwendig. Je nach Verdacht kommen zum Beispiel folgende diagnostische Verfahren infrage:

  • H2-Atemtest
  • Darmspiegelung (Koloskopie)
  • Entnahme von Gewebeproben (Biopsie)
  • Stuhluntersuchung
  • Blutuntersuchung
  • Urinuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Untersuchung der Nervenaktivität (neurologische Untersuchung)
  • Hormonbestimmungen (endokrinologische Untersuchung)

Durchfall stoppen – die Behandlung

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Wie bei Durchfall die Behandlung aussieht, richtet sich nach dem Auslöser der Beschwerden. Bei chronischem Durchfall ist die Behandlung der Grunderkrankung von entscheidender Bedeutung. Tritt weiterhin Diarrhoe auf, kann dies ein Hinweis sein, dass die Therapie intensiviert oder umgestellt werden muss. Bei einem Reizdarm kann es beispielsweise ratsam sein, spezielle Bakterien einzunehmen. Wirksam ist der Bifidobakterienstamm B. bifidum MIMBb75 (nur in Kijimea Reizdarm ).

Gerade bei akuten Magen-Darm-Infektionen haben Betroffene häufig nur den Wunsch, den Durchfall zu stoppen – und zwar möglichst schnell. Bei Infektionskrankheiten ist dies jedoch gar nicht unbedingt sinnvoll, da die Krankheitserreger mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Deshalb ist auch eine sehr gute Hygiene extrem wichtig, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Wird der Durchfall jedoch unterdrückt, verbleiben die Keime im Darm und können noch mehr Schaden anrichten. Mittel, die den Durchfall stoppen, sind deshalb in der Regel nur bei sehr häufigen Diarrhoen empfehlenswert. Vielen Erkrankten hilft es aber schon, die Ernährung vorübergehend umzustellen und sich etwas zu schonen. Einige Betroffene greifen bei akutem Durchfall auch zu Mitteln der Homöopathie. Nach durchschnittlich etwa vier Tagen geht der Durchfall meistens wieder vorbei.

Bei der Durchfall-Behandlung steht an erster Stelle, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Betroffene sollten deshalb mindestens zwei Liter pro Tag trinken – besser mehr. Gut verträglich sind stilles oder kohlensäurearmes Wasser und Kräutertees. In schweren Fällen kann der Arzt eine Infusion legen. Um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen, gibt es in der Apotheke spezielle Lösungen – die sogenannte orale Rehydrationslösung. Sie können sich aber mit wenigen Zutaten auch einfach selbst eine Rehydrationslösung herstellen: Geben Sie dazu auf einen Liter Wasser einen halben Teelöffel Kochsalz und sechs Teelöffel Zucker. Ein wenig Fruchtsaft verbessert den Geschmack.

Mittel gegen Durchfall

Viele Betroffene greifen selbständig auf Mittel gegen Durchfall zurück – sie behandeln sich selbst, ohne zum Arzt zu gehen. Da die Durchfallerkrankungen in Deutschland in der Regel unproblematisch verlaufen, ist dies meist in Ordnung, solange eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung gewährleistet ist. Wenn die folgenden Kriterien zutreffen, ist es jedoch in jedem Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen:

  • Durchfall bei Kindern unter 12 Jahre oder älteren Personen über 75 Jahre
  • Durchfall in der Schwangerschaft
  • Diarrhoe bei Menschen mit einer geschwächten körpereigenen Abwehr (Immunsystem)
  • Durchfall als Nebenwirkung oder Unverträglichkeit von Medikamenten
  • Fieber
  • blutiger Durchfall (Dysenterie)
  • Beschwerden innerhalb von drei Monaten nach einer Auslandsreise
  • wenn die Diarrhoe länger als drei Tage anhält

Ein Medikament gegen Durchfall ist nur selten notwendig. Wenn Betroffene sehr häufig auf die Toilette müssen, kann ein Medikament sinnvoll sein, das die Darmbewegungen (Darmperistaltik) vermindert. Die Peristaltik sorgt normalerweise dafür, dass der Nahrungsbrei im Darm vorwärts gelangt und weiter verdaut werden kann. Während des Verdauungsprozesses wird der Nahrung immer mehr Wasser entzogen, bis die Konsistenz von normalem, geformtem Stuhl entsteht. Bei Diarrhoe ist der Darm oft „hyperaktiv“ – er bewegt sich zu viel, damit krankmachende Bakterien, Viren oder Giftstoffe möglichst schnell wieder aus dem Körper herausgeschleust werden. Allerdings gelangt dadurch auch der Nahrungsbrei zu schnell weiter, sodass zu viel Wasser im Stuhl verbleibt. Wässriger Durchfall ist die Folge. Außerdem können die Nährstoffe aus der Nahrung in der kurzen Zeit nicht aufgenommen werden. Einen Wirkstoff, der die Darmperistaltik normalisiert, gibt es als Kapseln oder Tabletten gegen Durchfall in der Apotheke.

Probiotika wirken nachweislich günstig auf die Gesundheit. Auch als Mittel gegen Durchfall haben sie einen positiven Effekt: Spezifische Bakterienstämme zum Einnehmen können die Erkrankungsdauer verringern und den Verlauf von Durchfallerkrankungen mildern. Etwa bei chronischer Diarrhoe infolge eines Reizdarms hilft der Bifidobakterienstamm B. bifidum MIMBb75 (nur in Kijimea Reizdarm ).

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Weitere Mittel gegen Durchfall sind zum Beispiel Tabletten mit medizinischer Kohle. Diese bindet Bakterien und Giftstoffe und verhindert so, dass sie sich an die Darmwand anheften können. Sie werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Außerdem bindet medizinische Kohle Wasser, wodurch der Stuhl fester wird. Ihre Handhabung ist allerdings unpraktisch, da sehr große Mengen notwendig sind, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Medizinische Kohle ist nur bei leichten Durchfallerkrankungen geeignet.

Daneben gibt es verschiedene Mittel, die nicht gegen Durchfall, sondern die damit häufig verbundenen Symptome wie Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe helfen, zum Beispiel:

  • Schmerzmittel (Analgetika) – nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure sind allerdings nicht empfehlenswert, da diese das Risiko für Blutungen im Verdauungstrakt erhöhen
  • krampflösende Medikamente (Spasmolytika)

Über diese Durchfall-Medikamente hinaus, gibt es Maßnahmen, die verhindern, dass man überhaupt erst erkrankt. Eine gute Hygiene ist das A und O, um Ansteckungen zu vermeiden. Dazu gehört es, sich nach dem Toilettengang gründlich die Hände mit Seife zu waschen. Kontaktflächen wie Türgriffe etc. sollten regelmäßig desinfiziert werden. Wenn möglich, sollten erkrankte und nicht erkrankte Familienmitglieder unterschiedliche Toiletten benutzen. Ist keine zweite Toilette vorhanden, ist es sinnvoll, auch die Toilette zu desinfizieren.

Darüber hinaus empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, bereits alle Säuglinge ab sechs Wochen gegen Rotaviren impfen zu lassen. Wer in Gebiete verreist, in denen die durch bestimmte Viren (sog. Vibrionen) hervorgerufene Cholera verbreitet ist, kann sich dagegen ebenfalls impfen lassen. Reisende in die Tropen und Subtropen können sich schützen, wenn sie beim Essen den folgenden Leitsatz beherzigen: „Cook it, boil it, peel it or forget it“ – auf Deutsch: „Erhitze es, koche es, schäle es oder vergiss es.“

Was hilft gegen Durchfall? Bewährte Hausmittel

Durchfall – was tun? Hausmittel gegen Durchfall gibt es einige. Allerdings gilt hier wie für die

2 Gläser Karottensaft – Hausmittel gegen Durchfall
Was hilft gegen Durchfall? Karotten als Saft, Suppe oder roh sind bewährte Hausmittel

medikamentöse Selbstbehandlung: Diarrhoe bei besonderen Risikogruppen (Säuglinge, ältere Menschen, Schwangere, geschwächtes Immunsystem) und schwerwiegende oder komplizierte Verläufe gehören in ärztliche Hand. Auch bei chronischem Durchfall, sind Hausmittel nur von begrenzter Wirkung, solange die Grunderkrankung nicht ausreichend abgeklärt und behandelt wird.

Wenn Sie jedoch unter akuter Diarrhoe leiden, können Sie es mit diesen Tipps gegen Durchfall probieren. Bewährte Hausmittel gegen Durchfall sind zum Beispiel:

  • geriebener, roher Apfel (mit Schale): Das beim Reiben herausgelöste Pektin bindet Wasser und Giftstoffe im Darm.
  • Karottensuppe: Durch die Zerstörung der Zellstrukturen beim Kochen werden bestimmte Inhaltsstoffe der Karotten frei, die verhindern, dass schädliche Darmbakterien an der Darmschleimhaut „andocken“ können. Das Salz in der Karottensuppe führt außerdem wichtige Mineralstoffe wieder zu. Auch Karottensaft und geriebene, rohe Karotten helfen.
  • Bananen sind ein besonders wertvolles Hausmittel gegen Durchfall – sie enthalten wie Äpfel ebenfalls Pektin. Außerdem versorgen sie den Körper nach dem Mineralstoffverlust z.B. mit Kalium und Magnesium. 1 bis 2 Bananen zerdrücken und in kleinen Bissen essen.
  • schwarzer oder grüner Tee: Zieht der Tee länger als 3 Minuten, sind genügend Gerbstoffe enthalten, die ihre beruhigende Wirkung auf den Darm entfalten können.
  • fettarme klare Brühe oder Bouillon: Gibt dem Körper Energie und Mineralstoffe zurück. In kleinen Schlucken trinken oder Nudeln, Reis oder Kartoffeln darin weich kochen.
  • Heidelbeertee: 2 bis 3 TL getrocknete Heidelbeeren mit einem viertel Liter Wasser übergießen und aufkochen – soll die Darmschleimhaut gegen Krankheitserreger abdichten.
  • Salbeitee und andere Kräutertees wie Kamille, Brombeerblätter, Fenchelsamen beruhigen den Magen-Darm-Trakt und gleichen den Flüssigkeitshaushalt aus.

Vorsicht ist geboten bei einem viel überlieferten Hausmittel gegen Durchfall: Cola und Salzstangen. Cola enthält sehr viel Zucker, dadurch kann sogar der gegenteilige Effekt eintreten und der Durchfall wird schlimmer. Außerdem vertragen viele Betroffene Kohlensäure nicht gut. Salzstangen liefern dagegen zu wenige Mineralstoffe – sie enthalten vor allem Natrium, es ist aber zum Beispiel auch Kalium nötig. Salzstangen sind in kleinen Mengen aber in Ordnung. Wer gar nicht auf die Cola verzichten mag, kann die Kohlensäure herausschütteln und sie mit Wasser verdünnen.

Was hilft sonst noch gegen Durchfall? Ruhe! Wer eine Diarrhoe hat, fühlt sich häufig kraftlos und schlapp. Erkrankte sollten sich deshalb schonen. Positiver Nebeneffekt: Wer zu Hause im Bett oder auf dem Sofa bleibt, steckt nicht so viele andere Menschen an. Gegen Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe bei Durchfall ist Wärme ein wirksames Hausmittel. Ein warmes Körnerkissen oder eine Wärmflasche wirken entspannend.

Was essen bei Durchfall?

Wenn er auftritt, stellen sich die meisten Betroffenen immer wieder die gleiche Frage: Was essen bei Durchfall? Grundsätzlich ist keine spezielle Ernährung bei Durchfall nötig. Betroffene können essen, was ihnen schmeckt und die Beschwerden nicht verstärkt. Die vielen „essbaren Hausmittel“ zeigen bereits, dass Essen bei Durchfall durchaus nicht verboten ist. Häufig treten jedoch gleichzeitig mit der Diarrhoe auch Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen auf. Eine leichte Schonkost ist deshalb bei Durchfall empfehlenswert. Außerdem ist es sinnvoll, häufiger kleine Mahlzeiten zu essen, statt drei großer Hauptmahlzeiten.

Für eine Schonkost bei Durchfall gut geeignet, sind zum Beispiel diese Lebensmittel:

  • Hafer- oder Kartoffelbrei (mit Wasser zubereitet, ohne Butter)
  • Reis, weiche Nudeln – z.B. in Brühe gegart
  • leicht verdauliche Gemüsesorten, z.B. Karotten, Zucchini, Spinat
  • Obstkompott
  • fettarmes Fleisch
  • fettarmer Fisch, z.B. Seelachs, Kabeljau, Scholle, Hecht
  • Toast, Weißbrot
  • Zwieback
  • Knäckebrot
  • Salzstangen

Fettarme Milchprodukte wie Magerjoghurt oder Magerquark sind grundsätzlich auch für die Ernährung bei Durchfall geeignet. Allerdings kann es vorkommen, dass Milch vorübergehend unverträglich ist. Hier gilt es, vorsichtig auszutesten, was im individuellen Fall geht und was nicht. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte besser auf eine Schonkost ohne Milchprodukte setzen, solange die Diarrhoe auftritt.

Viele Ballaststoffe zu essen, ist allgemein gesund – bei Durchfall sollten Sie jedoch besser vorübergehend darauf verzichten, um den beanspruchten Darm nicht noch zusätzlich zu belasten. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie rohes Gemüse oder Hülsenfrüchte sollten sie deshalb bei einer Diarrhoe besser nicht essen. Auch bei Brot und Nudeln sollten Sie ausnahmsweise nicht zu den Vollkorn-Varianten greifen. Gleiches gilt für fettreiche und stark gewürzte Speisen. Zuckerreiche Süßigkeiten sind ebenfalls nicht empfehlenswert: Zucker zieht im Darm Wasser und kann dadurch den Durchfall verstärken.

Weitere Lebensmittel, die Sie bei Durchfall besser nicht essen bzw. trinken, sind:

  • rohes Gemüse (außer Karotten)
  • blähende Lebensmittel, z.B. Zwiebeln, Bohnen, Lauch, Kohl
  • fettige Wurstwaren, z.B. Salami
  • vollfette Milchprodukte
  • frittierte Speisen, z.B. Pommes frites, Kroketten
  • säurereiche Lebensmittel, z.B. Zitrusfrüchte, Essig
  • Kaffee
  • Alkohol

Doch nicht nur die Ernährung spielt bei Durchfall eine Rolle – aufgrund des Flüssigkeitsverlustes ist es besonders wichtig, viel zu trinken. Am besten geeignet sind stilles Wasser und Kräutertee. Gekühlte Getränke sind nicht gut verträglich – zumindest Zimmertemperatur sollte die Flüssigkeit haben. Auch lauwarmer Tee ist wohltuend für Magen und Darm. Das Trinken ist damit viel wichtiger als die Ernährung oder Schonkost bei Durchfall. Wenn sie überhaupt keinen Appetit haben oder sich sogar vor dem Essen ekeln, schadet es den meisten ansonsten gesunden Erwachsenen nicht, auch mal für ein oder zwei Tage gar nichts zu essen – Voraussetzung ist, dass sie zu keiner Risikogruppe gehören (z.B. ältere Menschen, schwere Grunderkrankungen).

Auf die Frage „Was essen bei Durchfall?“ folgt häufig direkt das nächste Fragezeichen: Ab wann kann man wieder normal essen? Nach einem Infekt können Sie wieder auf Ihre gewohnte Ernährung umsteigen, sobald der Darm (und ggf. der Magen) keine Probleme mehr macht – also die Diarrhoe und mögliche Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen verschwunden sind. Bei chronischem Durchfall, der durch ernährungs(mit)bedingte Erkrankungen verursacht wird, muss die Ernährung selbstverständlich langfristig umgestellt werden. Das gilt zum Beispiel bei einer Zöliakie, Laktoseintoleranz oder Fructoseintoleranz.

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Quellen
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Akuter Durchfall. AWMF-Register-Nr. 053/030 (Stand: 09/2013)
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. EHEC/HUS: Epidemiologische und klinische Informationen. AWMF-Leitlinien-Register-Nr. 053/025 (Stand: 06/2011)
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen et al. Gastrointestinale Infektionen und Morbus Whipple. AWMF-Leitlinien-Register-Nr. 021/024 (Stand: 02/2015)
Wittig J, Rudolph R. Durchfall: Wann Selbstmedikation möglich ist. Pharmazeutische Zeitung 18/2010
World Gastroenterology Organisation Global Guidelines. Acute diarrhea in adults and children: a global perspective (Stand: 02/2012)
World Health Organization: Diarrhoeal disease. Fact Sheet No. 330 (Stand: 04/2013)

Autor: reizdarm.net-Redaktion
Letzte Aktualisierung: 21.06.2017

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